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Gemeinsamer Wille -
Gemeinsamer Kampf
Europäische Friedenskonferenz 2009 in Berlin
„Nein zur NATO – nein zum Krieg!“ war
die Losung, unter der sich auf Einladung des
Weltfriedensrats und des Europäischen Friedensforums (epf)
rund 200 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus zehn
Ländern unseres Kontinents am 14. und 15. März in Berlin
zu einer Europäischen Friedenskonferenz versammelten.
Vorbereitet worden war sie von der GBM und der unter ihrem
Dach arbeitenden deutschen Sektion des epf.

Europäische
Friedenskonferenz 2009 (Foto: Gabriele Senft)
„Gemeinsame Bedrohung, gemeinsamer
Friedenswille führen uns zusammen“, erklärte zur Eröffnung
Laura v. Wimmersperg, Sprecherin der Friedenskoordination
Berlin. Sie erinnerte an 1999, als allabendlich auf dem
Kurfürstendamm gegen den USA- und NATO-Überfall auf
Jugoslawien
demonstriert wurde, und an das anschließende Berliner
Tribunal
über diesen Angriffskrieg. Damals habe sich gezeigt, wie
nötig internationale Zusammenarbeit der Friedenskräfte
ist. Sie wandte sich gegen den Missbrauch von Begriffen
wie „Freiheit“ und „Demokratie“ für den Machterhalt
aggressiver Kreise und rief zur Teilnahme an den für
Anfang April vorgesehenen Aktionen gegen die NATO aus
Anlass der 60. Jahrestages ihrer Gründung auf.
In seinem Referat kennzeichnete der
GBM-Vorsitzende, Prof. Dr. Wolfgang Richter, der
geschäftsführende epf-Präsident, das Forum als eine
Vereinigung, der alle Friedenskräfte gleichermaßen
willkommen sind. Der Friede in Europa dürfe Gemeinsamer
Wille – gemeinsamer Kampf Europäische Friedenskonferenz
tagte in Berlin nicht der NATO anvertraut werden.
Angesichts einer komplizierter werdenden Sicherheitslage
und demzufolge komplizierter werdender Aufgaben der
Friedenskräfte sei die Konferenz Ort des
Erfahrungsaustausches und Ausgangspunkt für eine
Vervielfachung ihrer Aktionen. Das gelte auch im Blick
darauf, dass die bisherige Politik des USA-Präsidenten ein
widersprüchliches Bild biete.
„Unser Volk hat die Pflicht, dafür zu
sorgen, dass von Deutschland nie wieder Krieg ausgeht“,
betonte der Rechner, „aber diese Pflicht haben die
Herrschenden in der BRD nicht erfüllt.“ Der Neonazismus
sei eine reale Gefahr, nicht nur in Deutschland. Wolfgang
Richter forderte dazu auf, nach Chancen für friedliche
Koexistenz zwischen Staaten gleicher Gesellschaftsordnung,
wenn auch unterschiedlicher Herrschaftsform zu suchen. Er
hob den engen Zusammenhang zwischen Friedenskampf und
Aktionen gegen Sozialabbau hervor und schloss mit dem Ruf:
„Wir wollen ein Europa, von dem dauerhaft Friede ausgeht!“
Dann rezitierte die Schauspielerin Käthe
Reichel, Trägerin des GBM- Menschenrechtspreises, einen Text
von Heiner Müller. Reicher Beifall dankte ihr.

Käthe
Reichel auf der Friedenskonferenz (Foto: Gabriele Senft)
Dr. Peter
Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag (Kassel), blickte auf die Zeit der
internationalen Blockkonfrontation
zurück und machte darauf aufmerksam,
dass sich die NATO seit
2001, als der Bündnisfall ausgerufen
wurde, im Kriegszustand befindet.
Die aggressive USA- und
NATO-Politik setze gültiges Völkerrecht
außer Kraft.
Die Militärbündnisse müssten abgeschafft,
die NATO aufgelöst werden.
Außenpolitik sei heute in erster Linie
Energie- und Rohstoffpolitik. Obama
beanspruche für die USA weiterhin
die globale Führungsrolle.
Namens des Belgrad-Forums dankte
der frühere jugoslawische Außenminister
Zivadin Jovanovic für die Solidarität
des epf. Er verurteilte die völkerrechtswidrige
Sezession von Kosovo-
Metohija. Die NATO diene den
Interessen der USA in Europa.
Georgi W. Buiko (Kiew) überbrachte
Grüße des Antifaschistischen Komitees
der Ukraine, dessen Vorsitzender
er ist, und setzte sich mit den Versuchen
der NATO auseinander, ihren
Fuß in sein Heimatland zu setzen,
während dessen Präsident faschistische
Elemente begünstige.
„Kriege lösen keine Probleme, sondern
sie sind selber das Problem“,
unterstrich Horst Schmitthenner,
Verbindungsbüro Soziale Bewegungen
beim Hauptvorstand der IG
Metall (Frankfurt am Main). Auch er
forderte, die NATO aufzulösen. Die
zivilgesellschaftlichen Organisationen
müssten gemeinsam handeln,
um den notwendigen Politikwechsel
herbeizuführen.
Iraklis Tsavarides, Sekretär des Weltfriedensrates,
verwies in seinem Diskussionsbeitrag
auf die Kriegsgefahr,
die nach wie vor von der NATO, aber
auch von der EU ausgeht, wie der
Lissabonner Entwurf ihres Verfassungsvertrags
erweist.
Prof. Dr. Iwan S. Jazenko (Moskau)
setzte sich im Namen der Juristenvereinigung
der Russischen Föderation
dafür ein, nach dem Beispiel
der Jugoslawien-Tribunals ein öffentliches
Tribunal über die Verbrechen
der NATO gegen Frieden und
Menschlichkeit durchzuführen – ein
Vorschlag, der schon auf der Tagung
des Weltfriedensrates 2008 in der
venezolanischen Hauptstadt Caracas
ein positives Echo fand.
ARAC- Generalsekretär Claude Delevacq
(Paris) verurteilte die von Präsident
Sarkozy betriebene Rückkehr
Frankreichs in die Kommandostrukturen
der NATO. Die militärische
Unterstützung Israels durch die
NATO gefährde die Aussichten auf
eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts.
„Europa muss verändert
werden, die NATO muss verschwinden!“
verlangte der Redner.
Rainer Rupp (Saarburg) analysierte
das Verhältnis zwischen NATO und
EU. Beide strebten unter dem Vorwand
von „Freiheit, Demokratie
und Menschenrechten“ danach, dem
„Westen“ den „Zugang zu Märkten
und Rohstoffen in aller Welt“ und die
„Aufrechterhaltung des freien Welthandels“
zu sichern, wie es in den
„Verteidigungspolitischen Richtlinien“
der BRD heißt.
Dr. jur. Vojtech Filip (Prag), der Vorsitzende
des Zentralkomitees der
Kommunistischen Partei Böhmens
und Mährens und stellvertretende
Vorsitzende der Abgeordnetenkammer
der Tschechischen Republik,
verlangte die Abschaffung der NATO
und berichtete, wie die tschechischen
Friedenskräfte sich einmütig
dem Vorhaben der USA widersetzen,
sein Land in ihre Raketenpläne
einzubeziehen.
Dann überreichte Prof. Richter den
epf- Friedenspreis 2009 in Gestalt
einer Plastik „Mutter und Kind“ von
Gerhard Rommel unter lebhaftem
Beifall an die Delegation der Ukraine,
in der die zahlenmäßig stärkste
nationale Sektion des Europäischen
Friedensforums, zugleich eine seiner
aktivsten, wirkt. Diese Sektion
hatte in einer Broschüre für die Konferenz
wichtige Dokumente zusammengefasst.
 Europäische
Friedenskonferenz 2009 (Foto: Gabriele Senft)
„Botschafter des Friedens“ ist Prof.
Dr. Marat F. Jegorow (Minsk), der
Vorsitzende des belorussischen Friedensfonds.
Er unterrichtete die Konferenzteilnehmer
darüber, wie sich
sein Volk in seiner großen Mehrheit
dagegen wehrt, von der NATO
vereinnahmt zu werden und das gute
Verhältnis von Belarus zur Russischen
Föderation in Frage zu stellen.
Generalmajor a. D. Hans-Werner
Deim begründete in seinem Beitrag,
dass nach dem Kalten Krieg die Welt
instabiler geworden ist. Die neue geostrategische
Situation sei unter anderem
dadurch charakterisiert, dass
den Streitkräften der Russischen Föderation
in ihrem europäischen Landesteil
die NATO-Kräfte erheblich
überlegen sind. Als Vertreterin der Anti-Raketenbewegung
in Polen stellte Dr. Beata
Karon (Warszawa) dar, wie sich
viele Bürger ihres Landes aktiv gegen
die Absicht der USA wenden,
ihre Vernichtungswaffen im Norden
des Landes zu dislozieren.
Flottillenadmiral a. D. Elmar
Schmähling bewies anhand eines
Grundsatzartikels von BRD-Minister
Jung, dass „die Repräsentanten der
NATO und ihrer Mitgliedsstaaten in
60 Jahren nichts dazugelernt“ haben.
Am Prinzip der „nuklearen Abschreckung“
werde festgehalten. Vorgesehen
sei der „Ausbau der militärischen
Fähigkeiten“ mit dem Ziel,
weltweit Kriege führen zu können. Am Abend des ersten Beratungstages
besichtigten die ausländischen
Gäste die Ausstellung „Bilder gegen
den Krieg“ von Prof. Willi Sitte in
der GBM- Galerie. Prof. Richter übergab
ihnen Erinnerungsurkunden. Im
Corvus-Haus in Berlin-Lichtenberg,
der Tagungsstätte der Konferenz,
zeigte Gabriele Senft ihre Foto-Ausstellung
über die schrecklichen Folgen
des NATO-Luftangriffs auf die
jugoslawische Stadt Varvarin 1999.

Am Abend des ersten Beratungstages: Wolfgang Richter (M.)
und Elmar
Schmähling (li.) mit ausländischen Konferenzteilnehmern in
den Räumen der
GBM vor der Ausstellung „Gegen den Krieg!“ mit Gemälden
und Grafiken
von Willi Sitte Foto: Gabriele Senft
Den zweiten Verhandlungstag leitete
Prof. Dr. Hans-Peter Richter, Mitglied
des Deutschen Friedensrates,
mit einem Dia-Vortrag „Deutschland
ist Weltmeister bei ausländischen
Militärstützpunkten“ ein. Weit
über 100 000 US-Soldaten sind in
Deutschland stationiert. Mit dem
Hinweis, dass noch immer 480 US Atombomben
in Europa lagern,
stützte der Referent seine These
„Wir sind täglich im Krieg“.
Jiri Sobotka (Prag), Sprecher der
Tschechischen Friedensgesellschaft,
erinnerte an den 70. Jahrestag der
Okkupation Böhmens und Mährens
durch Hitler-Deutschland und informierte
über den Widerstand von zwei
Dritteln der tschechischen Bevölkerung
gegen die beabsichtigte Stationierung
von US- Basen in ihrem
Land. Ein „Europa für alle“ solle auf
den Prinzipien der Schlussakte der
Helsinki-Konferenz von 1975 beruhen,
mit denen der Grundstein für eine
neue Ordnung auf unserem Kontinent
gelegt worden sei. Dr. Hans Modrow, Vorsitzender des
Ältestenrates der Partei DIE LINKE,
setzte sich dafür ein, gesellschaftliche
Verhältnisse zu schaffen, die
Kriege nicht mehr zulassen. Ausführlich
setzte er sich mit den Umständen
auseinander, unter denen 1990
die staatliche Einheit in Deutschland
herbeigeführt wurde. „Verhindern
wir den Krieg!“ rief er aus.
Viktor I. Kamyshanow (Moskau),
Präsident des Komitees für Frieden
und Verständigung, wies darauf hin,
dass sich seit dem Ende des Kalten
Krieges das Wettrüsten beschleunigt hat. Die Pläne der USA für ein neues
Raketen-„Abwehrsystem“ müssten
Besorgnis in Russland auslösen. Der
Redner erläuterte den Vorschlag von
Präsident Medwedjew für einen neuen
europäischen Sicherheitsvertrag
und betonte: „Russland will Frieden
im Interesse aller erreichen.“ Wolfgang Gehrcke MdB (DIE
LINKE) plädierte nachdrücklich
für eine Nein zur NATO, zum
Lissabon-Vertrag, zu Bundeswehr-
Einsätzen im Ausland, für eine
prinzipiell antifaschistische Politik,
wie sie das Potsdamer Abkommen
für Deutschland vorgezeichnet
habe, für einen „Paradigmenwechsel
in der deutschen Außenpolitik“.
Kampf gegen Krise und gegen Krieg
gehörten zusammen. Die NATO
habe sich als Militärbündnis überlebt
und müsse aufgelöst werden;
NATO-Interventionen gelte es überall
in der Welt zu stoppen und zu verhindern.
In Deutschland müssten die
US-Atomwaffen abgezogen, die US- Stützpunkte
aufgelöst, Mitteleuropa
müsse atomwaffenfrei werden. Eine
KSZE-Folgekonferenz müsse einberufen,
die EU könne nicht die Alternative
zur NATO sein.
Ein beträchtlicher Teil des griechischen
Volkes empfinde Abneigung
und Abscheu gegenüber
der NATO, berichtete Prof. Dr. Agepios
Papaneofytou (Athen), der das
Griechische Komitee für Internationale
Entspannung und Frieden vertrat.
Die 1999 beschlossene NATO- Doktrin
diene der weiteren Aufrüstung
und erhöhe die Aggressivität
des Bündnisses. Daher müsse es sofort
aufgelöst werden.

Vertreter
Griechenlands auf der Friedenskonferenz (Foto: Gabriele
Senft)
Mykhaylo P. Umanets, früherer Direktor
des Kernkraftwerks Tschernobyl
und ehemaliger Vorsitzender des
Staatlichen Komitees der Ukraine für
die Nutzung der Kernenergie, verurteilte
den Krieg gegen das damalige
Jugoslawien als „barbarischen Akt“
und „Verbrechen an der Menschheit“.
In nichts unterscheide sich davon
der Krieg im Irak. „In einem dritten
Weltkrieg kann es keinen Sieger
geben, sondern nur einen Besiegten:
die ganze Welt“, erklärte der Redner.
Dagegen gelte es die Öffentlichkeit
zu mobilisieren.
Dr. Mincho Nejdenow, stellvertretender
Vorsitzender des Bulgarischen
Antifaschistischen Bundes, einer Organisation
mit mehr als 20 000 Mitgliedern,
sprach sich dafür aus, die
nuklearen Arsenale nachhaltig zu
reduzieren und die Gefahr der Weiterverbreitung
von Atomwaffen einzudämmen.
„Gegen wen will die
NATO Europa beschützen?“ fragte
er und forderte ebenfalls, sie aufzulösen.
Prof. Dr. Volker Bialas (München)
wies darauf hin, dass NATO und EU
unter der Vokabel „Sicherheitsarchitektur“
ihre Ausdehnung bis an die
Grenzen Russlands verstehen und
dass sie von „Abrüstung“ reden, aber
die weitere Militarisierung ihres politischen
Handelns betreiben. Die UN
dagegen definierten Sicherheit als
„human security“, als „menschliche
Sicherheit“. J. Bures (Prag), Vorsitzender der
Bürgervereinigung „Soldaten gegen
den Krieg“, erinnerte an den NATO- Beitritt
der Tschechischen Republik
am 12. März 1999, dem die Aggression
gegen Jugoslawien folgte. Die
NATO diene den USA dazu, ihre hegemonialen
Interessen durchzusetzen;
stufenweise werde auch die geostrategische
Umklammerung der
Russischen Föderation fortgesetzt.
Sechzigjährige Erfahrungen mit
NATO-Friedensversprechungen berechtigten
zum Zweifel an Hoffnungen
auf eine realistischere USA- Politik
unter Obama.
Valentin W. Tschernow, Vorsitzender
der Gesellschaft „Einiges
Odessa“, schlug eine verstärkte wechselseitige
Kommunikation vor. Prof.
Dr. Oleg Platonow (Moskau), Präsident
des Instituts „Russische Zivilisation“,
führte aus, die Bedrohung
der Welt durch den „chaotischen Abbau
des kapitalistischen Systems“ erfordere
ein neues Wertesystem.
Tobias Pflüger, Abgeordneter des
Europaparlaments und Kandidat
der LINKEN bei den Europawahlen,
verwies auf den neuen „atlantischen
Deal“, im Rahmen des jetzt von den
USA betriebenen „burden sharing“
(„Lastenteilung“) die Militarisierung
der EU zu forcieren und beispielsweise
das Bundeswehr- Kontingent
in Afghanistan aufzustocken.
Schon heute ließen sich EU- und
NATO-Einsätze kaum noch voneinander
unterscheiden. Er forderte,
die Truppen aus Afghanistan zurückzuziehen
und den Lissabon-Vertrag
zu verhindern. „60 Jahre NATO sind
60 Jahre zuviel“, schloss er.
Nikolaj W. Kolomeizew, Mitglied
des Präsidiums des ZK der Kommunistischen
Partei der Russischen Föderation,
verurteilte das Streben der
NATO, die Rolle des Weltpolizisten
zu spielen. „Man muss die Interessen
aller berücksichtigen“, betonte er.
„Nur so lassen sich die Probleme unserer
zerbrechlichen Welt lösen.“
Prof. Dr. Zbigniew Wiktor (Wrocław),
der die Grüße des polnischen
Friedenskomitees überbrachte,
schilderte den Widerstand in seinem
Land gegen die NATO und gegen die
Stationierung von US-Raketen. Der
Kampf gegen die Kriegsdrohung sei
eine Aufgabe für alle Bevölkerungsschichten.
Auch verwies er auf die
Rolle der Volksrepublik China als
einer friedliebenden Macht in der
asiatisch-pazifischen Region.
Jurii G. Zubko, Vorsitzender der ukrainischen
Organisation „Beenden wir
den Krieg!“, sprach sich dafür aus,
eine neue Konferenz für europäische
Sicherheit und Zusammenarbeit einzuberufen.
Prof. Dr. Gregor Schirmer (Berlin)
bezeichnete die EU als „die hässliche
Schwester der hässlichen Hexe
NATO“. Die im Lissabonner Vertrag
vorgezeichnete Militarisierung der
EU sei ein verhängnisvoller Irrweg
und müsse verhindert werden.
Edmund Schopka (Warschau), Mitglied
der Polnischen Sozialistischen
Partei, stellte das Polnische Antikriegskomitee
mit seinen antiimperialistischen,
antikapitalistischen und
antifaschistischen Zielen vor, das
auch ein ethisch- kulturell fundiertes
Konzept verfolge. Brigitte Queck (Potsdam) von
der Initiative „Mütter gegen den
Krieg“ berichtete über deren wöchentliche
Mahnwachen „gegen alle
Kriege auf der Welt“ und rief aus:
„Gäbe es das sozialistische Weltsystem
noch, dann gäbe es NATO- Aggressionskriege
in ihrem jetzigen
Ausmaß nicht!“
Die ukrainische Parlamentsabgeordnete
Zarema Katusheva, stellvertretende
Ministerin für Arbeit und Sozialpolitik,
stellte fest: „An den Mythos
von Friedensliebe der NATO
glaubt heute niemand mehr.“ Die
Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung
sei gegen einen NATO-Beitritt
ihres Landes. Die Rednerin übergab
als symbolische Geschenke ihrer
Delegation an die GBM ein kunstvoll
besticktes Tischtuch und eine
Steckpuppe.
In Schlussbemerkungen würdigte
Prof. Richter die Konferenz als
eine „hochrangige, kompetente und
repräsentative Versammlung“. Alle
denkbaren Bündnispartner in Europa
sollten über deren Ergebnisse unterrichtet
und zum Protest gegen
NATO-Kriege aufgerufen werden.
Geprüft werden solle der Gedanke,
ein Vorbereitungskomitee für
ein internationales Tribunal über
die Verbrechen der NATO gegen
Frieden und Menschlichkeit zu bilden. Abschließend bekräftigte Wolfgang
Richter die übereinstimmende
Forderung nach Austritt aus der
NATO und nach der Auflösung dieses
Kriegsbündnisses.
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