AK Kultur- und Bildungsreisen

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GBM - Fahrt ins größte Dorf Deutschlands

Gemeinsam für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität

Rund 200 Mitglieder und Freunde der GBM trafen sich zur nun schon traditionellen Frühjahrsveranstaltung des Arbeitskreises Kultur- und Bildungsreisen, die uns diesmal in den zauberhaften Spreewald führte. Dieses 400 Quadratkilometer große Areal, auch ein „Andenken“ an die letzte Eiszeit vor 20 000 Jahren, ist mittlerweile ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat.

Unser Ziel war die mitten im Oberspreewald gelegene Gemeinde Burg, die mit 55 Quadratkilometern die größte Streusiedlung Deutschlands ist. Nach einem erfrischenden Spaziergang durch den geschichtsträchtigen Ort ging es dann im Landgasthof „Zum Stern“ in der kleinen Gemeinde Werben gleich „scharf zur Sache“. Mit einem Gläschen Palinka und Paprika-Gewürz – scharf für Männer und süß für Frauen – wurden wir gleich beim Eintritt auf ungarisch- deutsche Spezialitäten eingestimmt, die dann vom  Spreewaldkoch Peter Franken und dem eigens aus dem ungarischen Bad Byk angereisten Chefkoch für uns zubereitet wurden.


Foto: Gabriele Senft

Aufforderung zum gemeinsamen Handeln
Wie stets bei unseren Veranstaltungen setzten wir uns auch diesmal mit aktuellen sozialpolitischen Fragen auseinander. Hans Bauer, Vorsitzender der GRH, erinnerte an die Unterzeichnung der UNO-Deklaration der Menschenrechte vor 60 Jahren, von deren Umsetzung man jedoch in Deutschland weit entfernt  sei. Es gibt in unserem Lande horrende Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen Ost und West. 49 Milliardäre leben allein in Deutschland (weltweit 1026). 18 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es für Ost-Rentner noch einen Rentenpunkt- Unterschied von 3,18 Euro. Zudem nimmt die Kriminalisierung der DDR- Verantwortlichen immer mehr zu. Ziel ist, den „Unrechtsstaat DDR“ vorzuführen. Zahlreiche DDR-Bürger wurden durch Rufmord zum Selbstmord getrieben. Durch die Gleichsetzung der DDR mit dem Faschismus wurde eine Atmosphäre des Hasses geschaffen. Über 400 antifaschistische Gedenkstätten auf dem Gebiet der DDR wurden „umgewidmet“ und dokumentieren nun „DDR-Unrecht“. In jüngster Zeit erleben wir vor allem, wie durch Filme die DDR verunglimpft werden soll („Die Frau vom Checkpoint Charly“). Bauer betonte: „Auch die Fälschung von Geschichte ist Verletzung der Menschenwürde. Wir dürfen dazu nicht schweigen und müssen den Betroffenen Solidarität erweisen.“

Solidarität mit Kindern in Jugoslawien
Gabriele Senft vom Arbeitskreis „Solidarität“ der GBM informierte über ihr jahrelanges Engagement für vom Krieg betroffene Kinder im serbischen Kragujevac. In diesem Jahr ist geplant, für 6 Kinder und 2 Erzieherinnen einen Aufenthalt in Berlin zu organisieren. Dafür wurde dann von den Teilnehmern auch fleißig gespendet, insgesamt 368,52 Euro.

Spreewald-Duo und Kuren in Bad Byk
Zum Abschluss unseres Treffens erfreuten uns Spreewälder Künstler mit typischer Musik und Tänzen – die Frauen natürlich in ihren tollen Trachten. Wir erfuhren, was es mit der Spintezeit auf sich hat, wie Federnschleißen zur dörflichen Kommunikation beiträgt und dass aus Blaudruck früher die einfache Arbeitskleidung gefertigt wurde. Unsere ungarischen Gäste – Managerin Timea von der Hotelanlage Bad Byk und Meisterkoch Peterstellten dann in Wort und Bild eines unserer nächsten Reiseziele vor: das Kurbad Bad Byk. Wie immer waren es nicht nur die „Darbietungen“, die uns gefielen, sondern vor allem auch die Begegnung mit vielen Bekannten. Eben „Gespräche unter Gleichgesinnten“ – wie es eine Teilnehmerin auf den Punkt brachte.

Anne- Katrein Becker

 
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