Die Verpflichtung, den Kindern und
Jugendlichen des serbischen Kinderheims „Mladost“
(deutsch: Jugend) als Paten beizustehen, gingen
Mitglieder der GBM vor 7 Jahren ein. Wir vom
Arbeitskreis „Solidarität“ sorgten insbesondere
dafür, dass die Kontinuität der Hilfe nicht abriss
und nicht nur in materieller Versorgung bestand.
Immer berichteten wir in „akzente“ über die
Höhepunkte. Ende Mai 2007 bereitete eine kleine
Delegation bei einer Tour nach Kragujevac und
Varvarin den Besuch von Jugendlichen des hiesigen
Wohn- und Schulprojekts „Am Rand“ im Kinderheim
vor. Heute lassen wir Rebecca Gottschalk zu Wort
kommen, ein 17jähriges Mädchen, das in den Genuss
dieser Reise kam. Wir vom AK „Solidarität“ lernten
sie 2006 kennen, als wir 6 serbische Kinder aus
dem Heim bei einem Ferienaufenthalt in Deutschland
betreuten, sie lebt in Gersdorf, Land Brandenburg,
im Internat:
"Wir waren 3
Mädchen und 2 Jungen, 15 und 16 Jahre – Franziska,
Jennifer, Damian und Schadi. Ich bin mit 17 die
älteste gewesen. Uns kam gleich der kleine Dragan
entgegen, der kannte uns schon von Deutschland und
auch Ljiljana, die Erzieherin mit den langen
Haaren hat mich wieder erkannt und herzlich
begrüßt. Die Gastfreundschaft im Heim war
überwältigend. Alle waren sehr freundlich zu uns,
die Kinder und die Erzieher und auch der
Heimleiter Milenko ist sehr lieb. Wir haben 2 Tage
in der Nähe an einem See gezeltet und die andere
Zeit wohnten wir im Heim. Es gefällt uns sehr gut,
wie das Heim eingerichtet ist und wie die Kinder
miteinander leben. Sie haben uns alles gezeigt. Am
28. Juni erlebten wir das Hausfest und die
Zeugnisausgabe. Wir haben da bloß leider nicht
viel verstanden. Aber untereinander konnten wir
uns gut in Englisch und mit Händen und Füßen
verständigen. Die Stadt Kragujevac ist auch voll
schön. Es gab vor der Fahrt Vorbehalte, ob es
nicht gefährlich wäre, nach Serbien zu reisen.
Doch wir haben uns sehr wohl gefühlt. Ich möchte
unbedingt noch einmal dorthin fahren. Die
Temperaturen von 38 bis 40 Grad ließen den
geplanten gemeinsamen Arbeitseinsatz nicht zu,
aber wir haben alles miteinander erlebt und es
sind viele Freundschaften entstanden. Wir bekamen
selbst gemachte getöpferte Geschenke und alle
hatten beim Abschied Tränen in den Augen, sogar
der Heimleiter. Ich beende nun die Schule im
Projekt „Am Rand“. Ich werde mich in Falkenberg
ein Jahr auf eine Lehre in Hauswirtschaft
vorbereiten. Aber wenn es möglich ist, möchte ich
noch einmal zum Kinderheim „Mladost“
reisen. Mein Berufswunsch ist Altenpflegerin."
Der Heimleiter des Projektes „Am
Rand“ übergab am 28. Juni eine Spende der GBM -
Mitglieder von 1500 Euro an das Kinderheim „Mladost“.
„Am Rand“ bemüht sich um Schulverweigerer. Ein
Team von Lehrern, Sozialarbeitern und Psychologen
führt Kinder zwischen 12 und 18 Jahren an die
Berufsbildungsreife. Die Jugendlichen haben die
Reise vom 26. Juni bis zum 4. Juli als
Ausbildungsexkursion durchgeführt. Die Kosten sind
vom Projekt „Am Rand“ getragen worden. Im nächsten
Sommer ist ein zweiter Besuch von serbischen
Heimkindern in Deutschland geplant. Sowohl das
Projekt „Am Rand“ als auch die Gewerkschaft ver.di
werden uns unterstützen. Der AK „Solidarität“
möchte den Jugendlichen vom Projekt „Am Rand“ die
Gelegenheit geben, bei der GBM von der Reise zu
erzählen.
Gabriele Senft