Das Maß des Friedens
Zur Einführung
Wolfgang Richter
Das Berliner Alternative Geschichtsforum
und die
Gesellschaft zum Schutz von
Bürgerrecht und
Menschenwürde haben
zum heutigen Colloquium
eingeladen.
Anlass ist nicht der Anspruch, den
zahl-
reichen Gedenktagen und Jubiläen
dieses
Jahres, denen ebenso zahllose
Veranstaltungen
gewidmet sind, noch
eine weitere hinzuzufügen,
sondern die
Tatsache, dass die weitaus meisten
dieser Ereignisse das Bild der
Nachkriegsgeschichte Deutschlands und Europas,
das Bild der DDR in nicht hinnehmbarer, oft
grotesker Weise und in deutlich depravierender
politischer Absicht verzeichnen und entstellen.
Hatte 1989 offensichtlich noch die
Bundesrepublik unter Rechtfertigungsdruck
gestanden, „Ein ganz normaler Staat“ zu sein –
oder wie könnte man sich sonst die Titelwahl des
gleichnamigen Buches von Wilhelm Bleek und Hanns Maull bei Piper vorstellen -, so haben Politik
und Medien indes mit einer großangelegten
Delegitimierungskampagne des Staates DDR, den
viele seiner Bürger auch als den ihren
betrachteten, die klaren historischen Tatsachen
verfälscht und die öffentliche Meinung
vergiftet. Das ist mit der Abwertung schwer
erarbeiteter ostdeutscher Errungenschaften
verbunden, mit der Konservierung ungleicher
Lebensverhältnisse in Ost und West, mit
Deindustrialisierung, Arbeitsplatzverlust und
Jugendarbeitslosigkeit, Rentenunrecht und
Strafrenten, ungleichen Bildungschancen,
politischer Strafverfolgung und mit der
Verdammung von antifaschistischen Biographien
und Sinnzielen, die nicht wenige Menschen nach
dem Zweiten Weltkrieg mit Frieden und
Sozialismus verbunden hatten.
Es geht also nicht schlechthin um ein
Colloquium, sondern um ein Korrektiv, eine
deutliche Alternative. Das Berliner Alternative
Geschichtsforum hat in den Jahren seit seiner
Gründung durch vielfache wissenschaftliche
Konferenzen, Publikationen und Thesen zu
bedeutsamen Jubiläen der deutschen Geschichte
die öffentliche Meinungsbildung beeinflusst und
den Meinungsstreit in der GBM und im
Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden
bereichert. Es ist mir ein Bedürfnis, dem
Geschichtsforum und seinen Mitgliedern für diese
langjährige Tätigkeit zu danken. Wenn ich Prof.
Gerhard Fischer namentlich hervorhebe, so
deshalb, weil er für uns in dankenswerter Weise
im Vorstand der GBM diese enge Zusammenarbeit
verkörpert. Und ich freue mich, dass so viele
unserer Einladung gefolgt sind. Besonders möchte
ich unterstreichen, dass unter den Vortragenden
und den Anwesenden noch Zeitzeugen der
Nachkriegsgeschichte sind, die die DDR als Werk
eines breiten politischen Bündnisses nicht nur
erlebten, sondern auch gestalteten.
Es wird wohl so sein, dass die heutigen
Referenten einen kurzen Rückblick auf ihre
Erinnerungen oft auch mit genaueren Kenntnissen
eines Politik- oder Wissensgebietes verbinden.
Ich möchte damit beginnen, ein Thema an den
Anfang zu stellen, das kaum in dem Kontext der
offiziellen DDR-Reminiszenzen zu finden ist -
die DDR als Friedensstaat.
Gab es noch größere Hoffnungen nach 1945 als
Frieden? Von deutschem Boden sollte nie wieder
ein Krieg ausgehen. Dafür hat die DDR als Staat,
haben ihre Parteien und gesellschaftlichen
Organisationen, haben ihre Bürger sich über
Jahrzehnte - und erfolgreich - eingesetzt.
Friedenserhaltung war auch das Motiv der
Gründung der NVA, des Warschauer Vertrags (sechs
Jahre nach der NATO), des Soldatenberufs und des
Dienstes in anderen Schutz- und
Sicherheitsorganen.
Es gehört zur Maßlosigkeit der
Geschichtsfälschung, dass sie keinen objektiven
Maßstab der Bewertung hat, dass sie ihn bewusst
vermeidet, dass sie - und das entspricht
zugleich der positivistischen Grundgestimmtheit
der zeitgenössischen bürgerlichen Ideologie -
einzelne Fakten für das Ganze, Erscheinungen für
das Wesen, Momente für die Totalität nimmt.
Doch was könnte ein Maßstab sein, der überzeugt?
Lesen wir in den dickleibigen politischen
Wörterbüchern der Bundesrepublik Deutschland in
den achtziger Jahren, so erfahren wir, dass sich
in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „die
Bedeutung des Friedens (für die
Menschheitsgeschichte, W.R.) ... infolge der
grundlegenden Veränderungen des Kriegswesens
erheblich gewandelt (hat). Vor allem nach den
beiden Weltkriegen und im Hinblick auf die
Auswirkungen eines möglichen nuklearen III.
Weltkrieges haben Frieden und Friedensbemühungen
ein gesteigertes gesellschaftliches und
politisches Gewicht erhalten.“
Es war nicht nur die Friedensforschung, in der
Frieden zum zentralen „Wert und
Orientierungspunkt“ für die Bewertung einer
Gesellschaft und ihres moralischen Potentials
geworden war, auch Menschenrechtsorganisationen
debattierten immer häufiger über Menschenrechte
der sog. dritten Generation: Frieden,
Entwicklung und Umwelt. Mit der UNO-Resolution
39/11 von 1984 wurde Frieden völkerrechtlich als
Menschenrecht deutlich unterstrichen. Es waren
zahlreiche Friedensinitiativen vor allem auch
sozialistischer und nichtpaktgebundener Staaten,
politikwissenschaftliche und soziologische
Analysen, die dem vorausgingen. Sie lagen dem
„Neuen Denken im Atomzeitalter“ sowohl zugrunde,
wie sie es zur Folge hatten. Das seit 1982 in
Millionenauflagen erschienene Buch des
amerikanischen Journalisten Jonathan Schell „Das
Schicksal der Erde“ hatte eindringlich die
Forderung an die Politik gestellt, dass sie sich
für das Überleben der Menschheit entscheiden
muss. Das forderte ein Abschied nehmen vom
Siegdenken in nuklearen Kriegen auf beiden
Seiten. Doch es ging noch weiter. Die Anwendung
konventioneller Waffen ließ sich schon damals in
ihren Auswirkungen von atomaren
Massenvernichtungswaffen kaum noch
unterscheiden. Auch der sog.
Abschreckungsfrieden bedurfte also neuer
Risikoabwägungen. Auch jeder mit konventionellen
Massenvernichtungswaffen geführte Krieg barg und
birgt zunehmend die gleiche Gefahr, die Existenz
der Menschheit zu bedrohen. Und auch die
Gefahren atomarer Konflikte sind seither nicht
geringer, sondern größer geworden. Sie waren
sogar noch nie so groß wie heute, wie die
Gutachten und Mahnungen einschlägiger
friedenswissenschaftlicher Einrichtungen
einschließlich der IAEO belegen.
Das legt dringlich nahe, bei Gefahr des Verlusts
jedwedes wissenschaftlichen Anspruchs, die
Friedenspolitik der DDR sachlich und objektiv
wegen ihres Friedensbeitrags zu würdigen. Die
DDR hat sich im Kampf um das Überleben und die
Entwicklung der Menschheit nicht in erster Linie
auf militärische Denkweisen und Operationen
gestützt, sondern die Überlebenschancen der
Menschheit und den Schutz ihres Staates und
seiner Bevölkerung in Friedens-, Abrüstungs- und
Entwicklungsprojekten gesucht und darin, den
Friedenscharakter einer sozialistischen
Gesellschaft deutlich auszuprägen. Sie war stets
bemüht, daran auch ihre Außenpolitik zu
orientieren. Die Politik der friedlichen
Koexistenz, ihr Beitrag zur Entspannung im
Helsinki-Prozess, ihr Abstimmungsverhalten in
der UNO, ihr aktiver Beitrag zur Ausarbeitung
einer Dialogpolitik, ihr Beitrag zur Abrüstung
sprechen eine deutliche Sprache. Für Erich
Honeckers Wort vom „Teufelszeug“ auf dem
Höhepunkt des Streits um die Nachrüstung und
Raketenstationierung, das keineswegs nur an den
Westen gerichtet war, konzedieren ihm heute
selbst gehässige Kommentatoren noch eine
bleibende Leistung.
Das war nicht bedeutungslos. Schließlich
spielten sich solche Auseinandersetzungen in der
Weltöffentlichkeit ab und waren mitgestaltender
Bestandteil der globalen
Systemauseinandersetzung.
Die DDR war der westlichste Brückenkopf der
Warschauer Vertragsstaaten. Die NVA war die
neben der - natürlich mit weitem Abstand
führenden - Sowjetarmee die am modernsten
ausgerüstete und wohl auch kampfstärkste Armee
im Warschauer Vertrag, die - ungeachtet ihrer
relativ geringen Stärke - gemeinsam mit der
Sowjetarmee in der sog. 1. Staffel wichtige
Kampfaufgaben zu erfüllen gehabt hätte.
Zu erwähnen sind allerdings auch Illusionen, die
die DDR in den letzten Jahren ihrer Existenz mit
nicht wenigen friedenswilligen Politikern in Ost
und West teilte: auf die Vernunft im
nuklear-kosmischen Zeitalter zu setzen.
Friedliche Koexistenz war zu einer von der
nüchternen Analyse des Möglichen abgehobenen
selbständigen Theorie geworden, oft abgekoppelt
vom realistisch Machbaren, das nicht in ihrem
Zentrum stand. Ein zurückhaltender Pragmatismus,
wirklich materialistisches analytisches
Herangehen hätten sich schon angesichts der
Skepsis der amerikanischen Politiker und
Politologen geboten, die von Entspannung wenig
hielten, auch angesichts der offen erklärten
Ziele Reagans und anderer, den Kommunismus auf
den Müllhaufen der Geschichte zu werfen - auf
dem man wohl kaum mit ihm koexistieren wollte.
Eine Form des Klassenkampfs zu sein, als welche
diese reale friedliche Koexistenz sich
schließlich doch auf dramatische Weise erwies,
wurde ihr auch von Marxisten oft eher nur noch
beiläufig attestiert. (Vielleicht aber bleibt
bei einem so heterogenen Konvolut wie der
friedlichen Koexistenz politikwissenschaftlich
nur übrig in den Kategorien von Karl R. Popper
zu denken, in „Stückwerk-Technologie“.)
Heute bleibt uns die drängende Aufgabe, auch die
friedliche Koexistenz von Staaten gleicher
Gesellschaftsordnung zu bedenken, denn wer sagt
uns denn wirklich so sicher, dass man das Leben
der Menschheit darauf zu setzen bereit wäre,
dass Demokratien - und was ist das überhaupt -
untereinander keinen Krieg führen werden. Der
Kampf um die knappen Ressourcen der Welt wird
auch um Demokratien keinen Bogen machen. Was
dann?
Die Friedensfähigkeit des Imperialismus war Ende
der achtziger Jahre eine gängige These. Wir
wissen sehr anschaulich, dass er auch zu allem
anderen fähig ist, wenn ihm die Friedenskräfte
nicht in den Arm fallen. Dem Dialog wurde in der
gleichen Zeit nahezu übersinnliche Zauberkraft
zugesprochen. Missverstanden wurde er nur als
Gespräch, als miteinander sprechen. Doch
„dialegestein“ heißt, einen Weg finden. Den
hatten wir auch mit denen, die sich beim
Politbüro die Klinke in die Hand gaben, nicht
gefunden. Vom geographisch unbestrittenen
gemeinsamen Haus Europa glaubte man auf die
Einvernehmlichkeit seiner Mieter schließen zu
können. Von Systemgegensätzen und
unterschiedlichen geostrategischen Interessen
konträrer Gesellschaften und ihrem ideologischen
Kampf war bald kaum noch die Rede. Auch Militärs
bemühten sich, „dem früheren militärischen
Gegner nicht mehr als Feind, sondern als Partner
in einem erhofften gemeinsamen System
kooperativer Sicherheit“ zu begegnen. Der
Partner gab sich die Ehre und redete vom
Frieden, doch die Ergebnisse der Militärreform,
der Sinn der Militärdoktrin von 1987, der
Friedenswissenschaft und Friedensforschung der
DDR gewannen für ihn keine Bedeutung. Die Ziele:
- gemeinsame Sicherheit, Abrüstung und
Konversion - versandeten, die „Charta von Paris“
suggerierte den Anbruch einer Welt dauerhaften
Friedens. Doch bald redete niemand mehr von der
Demilitarisierung der internationalen
Beziehungen. Man forderte die Enttabuisierung
des Militärischen, ohne die bald auch innere
Sicherheit nicht mehr denkbar schien.
Der Marx-Satz „Die Vernunft siegt dennoch in der
Weltgeschichte“ war ein Irrtum, wenn man ihn nur
mit dem Zusatz dachte, – gerade jetzt sei es
soweit.
Auch diese bitteren Erkenntnisse aus dem
Friedenskampf der DDR sind nicht das Fazit,
sondern der Lehrstoff der Geschichte. Er
beinhaltet auch die bedeutende Rolle der DDR im
Bündnis mit der Sowjetunion als ein
stabilisierender Friedensfaktor in Europa und
einen Gewinn für die Menschheitsgeschichte. Der
Beitrag des sog. sozialistischen Lagers für die
Erhaltung des Friedens und die Verhinderung von
Kriegen ist deutlich, gerade auch auf dem
Hintergrund der skizzierten Entwicklungen. Das
zeigt die Geschichte der
Blockauseinandersetzungen nach der
Oktoberrevolution und nach dem Zweiten Weltkrieg
sowie auch nach der größten geostrategischen
Auseinandersetzung der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts, dem Kalten Krieg. Der Anteil
sozialistischer Beteiligung an Kriegen blieb
relativ gering, was eine deutlichere Sprache als
Philippiken und Anschuldigungen über ihr Streben
nach kommunistischer Weltherrschaft spricht.
Im 20. Jahrhundert wurden 60 bis 70 Prozent der
blutigen und zerstörerischen kriegerischen
Auseinandersetzungen von Ländern des Kapitals
und (nur) zwei bis drei Prozent von
sozialistischen Ländern initiiert. Und nach 1945
stieg der Anteil der USA an den geführten
Kriegen auf 80 bis 90 Prozent. Sie lösten damit
die bis dahin an den meisten Interventionen
beteiligten Großmächte Großbritannien und
Frankreich ab. Der Stellenwechsel mit anderen
kapitalistischen Großmächten erfolgte in der
Periode von 1961 bis 1976. „Die Großmächte haben
also ihre Rollen untereinander getauscht. Die
Vereinigten Staaten haben die Rolle des
bewaffneten Teilnehmers von ihren
NATO-Verbündeten übernommen. An die Stelle der
führenden Kolonialmächte trat die führende
neokoloniale Macht.“
Ich kann hier nicht die Kriege nach dem
Indochinakrieg etc. analysieren, sondern nur die
Schlussfolgerung hervorheben, die I. Kende 1982
aus den Kriegen seit 1945 zog,: „Die Beteiligung
von sozialistischen Kräften auf fremdem Boden
ist also verhältnismäßig gering. Es handelt sich
nur um 5% aller Kriege, 5,8% der Gesamtdauer und
um 14,4% der Gesamtintensität, also um die
weitaus kleinste Kategorie.“ Die DDR war nicht
dabei.
Der Kalte Krieg war keineswegs so „kalt“, wie
sein Name sagte, sondern er begann - ich folge
hier Deim - mit dem Abwurf der Atomwaffen auf
Japan und er umfasste in der Folge zahlreiche
„heiße“ Kriege mit Millionen Toten. Er kostete
mit 10 Trillionen Dollar das Zweieinhalbfache
des Zweiten Weltkrieges und erzielte
weiterreichende Ziele als dieser. Die DDR hatte
einen großen Anteil daran, dass dieser Krieg zu
keinem heißen wurde. Das gilt für ihre
Gesamtpolitik.
Es kann nicht verkehrt sein, den
Humanitätsfortschritt, den ein
Gesellschaftssystem für die Menschheit bedeutet,
am Frieden zu messen, den es der Menschheit
brachte - was nichts anderes heißt, als an den
ihr ersparten Kriegen, Opfern und Leiden.
Und man muss auch die Frage an die
Bundesrepublik stellen, ob der Dienst am Frieden
heute das leitende Berufsmotiv der deutschen
Soldaten ist, was man im Gegensatz zur DDR
bestreiten kann. Die Freiheit am Hindukusch zu
verteidigen hört sich ganz anders an.
Die Zahlen der Kriege und ihre Opfer - das ist
die Spektralfarbe, in die die globalen Kämpfe
der Weltsysteme nach 1945 getaucht waren. Sie
beleuchtet manches im hartem Gegenlicht, was
heute oft in der Summe der Details, mit denen
sich Forschung beschäftigt, fälschlich als das
Wesen des Prozesses offeriert wird.
Vor wenigen Wochen hatten wir eine Tagung des
Europäischen Friedensforums in Berlin.
Angesichts des 60. Jahrestages der NATO, der
Auseinandersetzung der Polizeikräfte mit den
Demonstranten, der Debatten um den Lissabonner
Vertrag, der die EU-Staaten zur Aufrüstung
verpflichtet, der Ankündigungen Barak Obamas,
den Krieg der USA vom Irak noch stärker nach
Afghanistan zu verlagern, und der sich häufenden
Auslandseinsätze der Bundeswehr kann man wohl
nicht unberechtigt davon ausgehen, dass die
Ausblendung und Fälschung der Friedenspolitik
der DDR aktuell vornehmlich auch die Funktion
der Legitimierung der Politik der Bundesrepublik
und der NATO erfüllt.
Ich war in den letzten Wochen in Serbien auf
einer Friedenskonferenz des Belgradforums, in
Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Dort spricht
man von den Kriegszeiten und meint nicht den
Zweiten Weltkrieg. Der Krieg war mit dem Zerfall
Jugoslawiens und dem Überfall der NATO nach
Zentraleuropa zurückgekehrt. Und ich glaube
nicht, dass es unberechtigt ist, wenn die
Berliner Friedensbewegung am 8. Mai 1999 während
des Jugoslawienkrieges bei einer Großkundgebung
ein dreißig Meter langes Transparent über den
Gendarmenmarkt spannte: „Gäbe es die DDR, es
gäbe keinen deutschen Angriff auf Jugoslawien.“
Auch das ist ein Maßstab, an dem die DDR von
Friedenskräften heute noch gemessen wird und der
– mir fällt kein angemesseneres Wort ein - ihr
zur Ehre gereicht.
Die DDR hat sowohl zur Zeit ihrer Existenz als
auch durch Lehren ihrer Geschichte für die ihr
nachfolgenden internationalen Beziehungen,
Friedensbewegungen und -kämpfe einen wichtigen
Beitrag zur Beherrschung des
sicherheitspolitischen Grundwiderspruchs unserer
Zeit geleistet. Doch das Problem gemeinsam
Sicherheit gegnerischer Staaten oder Bündnisse
unterschiedlicher oder gleicher
Gesellschaftsordnung mit entgegengesetzten
geostrategischen Interessen ist noch immer
ungelöst und gefährdet weiterhin die Existenz
der Menschheit.