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Arbeitsschwerpunkte der GBM e.V. für 2010 und 2011
beschlossen auf der Delegiertenkonferenz am 27. Mai 2010
Die GBM e.V. wird sich gemäß ihrem
Statut und, um ihre Satzungszwecke noch wirksamer zu
verwirklichen, als Mitglied des Forums Menschenrechte
sowie als Teilnehmer an den Netzwerken des Ostdeutschen
Kuratoriums von Verbänden OKV, des Europäischen
Friedensforums epf, des Anzeigenkreises, des
Weltfriedensrates sowie im engen Zusammenwirken mit der
GRH und anderen nationalen und internationalen politischen
Kräften auch weiterhin unbeirrt für Frieden und
Menschenrechte, gegen forcierten Sozial- und
Demokratieabbau, gegen Unrecht, Diskriminierung,
Neofaschismus und Rechtsextremismus sowie für Solidarität
mit den Armen und Unterdrückten dieser Erde einsetzen.
Die GBM verurteilt entschieden
Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. Sie
fordert die Wahrung der Bürger- und Menschenrechte in
ihrer Objektivität, Universalität, Nichtselektivität und
die Vermeidung von zweierlei Maß durch Politik und Medien.
Die GBM wendet sich entschieden
gegen den immer militanteren Geschichtsrevisionismus,
der mit der
These von den zwei deutschen Diktaturen
Faschismus und Sozialismus
auf eine Stufe stellt, die Lebensleistung
der DDR-Bürger entwertet und
die Linken der Würde ihrer historischen
Ziele, ihrer Biographien und
ihres antifaschistischen Wirkens beraubt,
sie ausgrenzt, verunglimpft und
kriminalisiert. Die GBM wird 2010
eine Publikation zu Totalitarismus
veröffentlichen.
Die GBM unterstützt Friedens-, Sozial-,
Emanzipations- und Demokratie-bewegungen,
um den Menschenrechtskonventionen
und entsprechenden
Forderungen des Grundgesetzes
umfassend gerecht zu werden.
Sie arbeitet mit in einer breiten parlamentarischen
und außerparlamentarischen
Opposition für einen Politikwechsel.
Im Zentrum ihrer Vorbereitungen
des 20. Jahrestages des Anschlusses
der DDR an die BRD wird sie aktiv
an einem Kongress von Verbänden
des OKV teilnehmen und ihre Standpunkte
zur Geltung bringen.
Im Zentrum ihrer Tätigkeit anlässlich
des 20. Jahrestages der GBM im
Mai 2011 wird sie eine breit angelegte
Konferenz über „Menschenrechte in
Ostdeutschland“ mit internationalen
Gästen, insbesondere aus Osteuropa,
durchführen.
Frieden
Die dramatische Weltwirtschaftskrise,
ihre Interessenkollisionen und ihre
Unwägbarkeiten stellen auch die nationale
und internationale Friedensbewegung
vor neue Anforderungen. Die
GBM knüpft mit ihrem Zentralen Arbeitskreis
Frieden an die Erfahrungen
im Europäischen Friedensforum, gemeinsam
mit dem Weltfriedensrat,
dem Kasseler Friedensratschlag, dem
Deutschen Friedensrat und einer Vielzahl
nationaler und internationaler
Organisationen und Netzwerke an,
um den Frieden zu erhalten und eine
europäische Sicherheitsordnung zu
schaffen.
Die GBM bereitet eine Präsidiumstagung
des epf vor (möglichst im
Herbst 2010 in Minsk), die sich mit
den realen Möglichkeiten der Friedensbewegung
befasst, eine neue Sicherheitsarchitektur
für Europa, die
an den Geist von Helsinki anknüpft,
gemäß dem neuen Vorschlag des russischen
Präsidenten Medvedev und
nach dem Ende der Bush-Ära zu diskutieren
und wirksam zu fördern.
Die GBM unterstützt die bundesweite
Kampagne „unsere Zukunft – atomwaffenfrei“
für den Abzug der US-Atomwaffen
aus Deutschland und
beteiligt sich aktiv an der Vorbereitung
und Durchführung einer Afghanistankonferenz
in Berlin (voraussichtlich
September/Oktober 2010),
um die deutsche Bevölkerung gegen
den Krieg zu sensibilisieren und aus
der demoskopischen Mehrheit gegen
den Krieg eine politisch aktive Kraft
zu entwickeln.
Die GBM wird durch Veröffentlichungen
sowie wissenschaftliche und
propagandistische Arbeit das Friedensanliegen
popularisieren. Das gilt
auch für eigene Veröffentlichungen
wie ICARUS und Informationshefte.
Soziale Menschenrechte
Die GBM betrachtet ihren Kampf
gegen Sozialabbau als Ringen um
die Wahrung der universellen Menschenrechte
und sieht sich damit auch
als eine Menschenrechtsorganisation
von Senioren und ihres Rechts auf ein
menschenwürdiges Leben im Alter.
Sie wird diesen Gesichtspunkt in all
ihren nationalen und internationalen
Aktivitäten zur Geltung bringen.
Bis 2011 wird der Arbeitskreis Menschenrechte
der GBM Parallelberichte
zu dem von der Bundesrepublik
beim Menschenrechtsrat der UNO
einzureichenden Bericht im Rahmen
der „Allgemeinen periodischen Überprüfung“
aller Staaten sowie zu dem
schon länger anstehenden Bericht der
Bundesrepublik zur Erfüllung des Sozialpakts
erarbeiten und einreichen.
Die GBM wird im Falle des Inkrafttretens
der Grundrechtecharta des Reformvertrags
von Lissabon die eventuellen
neuen Möglichkeiten für
ihre Einhaltung und Durchsetzung
prüfen.
Die GBM wird ihr Wirken für die
verbindliche Festschreibung sozialer
Menschenrechte in der nationalen
und internationalen Gesetzgebung
verstärken. Sie wird sich unterstützend
an Debatten beteiligen, wenn
zum wiederholten Male der Versuch
unternommen wird, bei der UNO ein
individuelles Beschwerdeverfahren
für die Einhaltung des Sozialpaktes zu
debattieren und zu verabschieden.
Die GBM nimmt an neuen Massenaktionen
gegen den Sozialabbau gemeinsam
mit anderen Sozialverbänden,
Gewerkschaften und in Kommunikation
mit teilnehmenden politischen
Parteien wie Die Linke teil. Dabei sollen
eine Behandlung der Rentendynamisierung
zumindest in Höhe der
Inflationsrate und eine verbindliche
Regelung zur Angleichung der Rentenwerte
Ost an die der alten Bundesländer
sowie gleiche Löhne und Gehälter
für den Osten erreicht werden.
Die GBM wird weiterhin aufmerksam
die Diskussion um eine neue Gesundheitsreform
verfolgen und zusammen
mit Sozialverbänden und anderen politischen
Verantwortungsträgern beraten,
welche Aktionen, Forderungen
und Vorschläge zu unterstützen sind.
Für universelle Bürgerrechte. Gegen
Rassismus und Neofaschismus
Zwischen dem Abbau des Sozialstaates
und der Aufrüstung eines
Überwachungsstaates besteht ein unmittelbarer
Zusammenhang.
Wir mussten im Berichtszeitraum
eine weitere Ausbreitung und Vertiefung
staatlicher Überwachungsmaßnahmen
registrieren, die durch
eine Flut sogenannter Antiterrorgesetze
nach dem Beispiel der USA sowohl
im nationalen Rahmen als auch
auf der Ebene der EU-Strukturen
(FRONTEX, Europol etc.) immer
nachhaltiger durchgesetzt werden.
Im Namen der Sicherheit werden die
Bürger- und Freiheitsrechte drastisch
eingeschränkt
Wir unterstützen Aktionen wie die
am 12. September 2009 in Berlin, als
Menschenrechtsgruppen unter dem
Motto „Freiheit statt Angst – Stoppt
den Überwachungswahn“ zum Widerstand
gegen diese Entwicklung
aufriefen.
Die GBM wird sich unbeirrt für die
Umsetzung der UNO-Forderungen
zur Menschenrechtslage in der Bundesrepublik
Deutschland einsetzen.
Die GBM wird sich – wie schon in ihrer
Stellungnahme 2008 zum Bericht
der Bundesrepublik über die Einhaltung
des Internationalen Abkommens
zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung
– auch weiterhin
dieser Problematik zuwenden.
In besonderer Weise heben wir hervor,
dass sich die GBM auch weiterhin an
Aktivitäten in der deutschen Öffentlichkeit
beteiligen wird, die die Aufnahme
einer antifaschistischen Klausel
ins Grundgesetz sowie in Landesverfassungen
fordern, um bisherige
Lücken, die der Bekämpfung des Rassismus
und des Neofaschismus entgegenstehen,
zu schließen.
Kultur
Kultur und Kunst sind nicht nur traditionell
ein integraler Bestandteil
der Arbeit, sondern durch sie soll
unsere Menschenrechtsorganisation
auch weiterhin auf spezifische Weise
in der Öffentlichkeit wirken. Die Tätigkeit
des Arbeitskreises Kultur, der
GBM-Galerie und des Freundeskreises
„Kunst aus der DDR“ war
und ist darauf gerichtet, das geistige,
künstlerische und ästhetische Erbe der
in der DDR entstandenen Kunst zu
pflegen, ihren Platz im Deutschland
der Gegenwart zu verteidigen, sich
gegen ihre Entwürdigung und Ausgrenzung
zu wehren und Vandalenakte
gegen ihre Werke öffentlich anzuklagen.
Darüber hinaus unterhält
die GBM auch engen Kontakt zu engagierten
Künstlern in anderen Ländern.
Diese Ziele realisiert sie durch
• eine wirksame, systematische Arbeit
der GBM-Galerie,
• Zusammenkünfte (v. a. Lesungen,
Kunstdiskussionen) und Kunstreisen
des Freundeskreises „Kunst aus der
DDR“ und
• das öffentliche Auftreten von Mitgliedern des Arbeitskreises in unseren
Ortsverbänden, in Galerien und Museen,
vor Kulturschaffenden und auf
wissenschaftlichen Veranstaltungen.
Dabei geht es immer um den unverzichtbaren
Beitrag der Künste im
Kampf um die Wahrung der Menschenrechte
und um die Solidarität
mit Künstlern, die unter marktwirtschaftlichen
Bedingungen oftmals
von sozialem Abstieg bedroht sind.
Diese grundsätzlichen Anliegen gilt
es in der Wahlperiode 2010-2012 konsequent
weiter zu verfolgen. Besondere
Arbeitsschwerpunkte bilden dabei
• die Fortsetzung der Arbeit an einer
nächsten, erweiterten Auflage des Lexikons
„Künstler in der DDR“,
•die Popularisierung dieses Lexikons
in der Öffentlichkeit und
• die Vertiefung der Beziehungen zu
unseren Ortsverbänden und zu weiteren
Partnern auf Länder- und kommunaler
Ebene sowie in befreundeten
Organisationen.
Berliner Alternatives Geschichtsforum
Das Berliner Alternative Geschichtsforum
wird 2010 und 2011 in besonderer
Weise auf dem Gebiet von
Geschichtsdeutung und -propaganda
herausgefordert. Die „Erinnerungsschlacht“
gegen progressive und linke
Kräfte hatte bereits 2009 mit dem 90.
Jahrestag der Novemberrevolution
und der Gründung der KPD, mit dem
70. Jahrestag der Entfesselung des
2. Weltkriegs durch Hitlerdeutschland
und dem 60. Jahrestag der Gründung
der DDR und der BRD einen Höhepunkt
erreicht. Diese Gedenktage, die
uns zugleich mit einem von der Politik
verordneten Geschichtsbild und
einer entsprechenden Gedenkkultur
konfrontieren, werden neue Auseinandersetzungen
über die jüngere und
jüngste deutsche Geschichte und damit
auch über Gegenwart und Zukunft
zur Folge haben, die unser Geschichtsforum
und die gesamte GBM
berühren.
Mit dem Beschluss des Europaparlaments,
den 23. August zum europaweiten
Gedenktag für Opfer totalitärer
Systeme zu machen, wird die
Totalitarismusdoktrin, die die faschistischen
Verbrechen in unerträglicher
Weise verharmlost, zur offiziellen EU-Doktrin
erhoben.
Wie mit dem 65. Jahrestag des Sieges
über den Hitlerfaschismus wird die
GBM auch bei den folgenden Jubiläen
wie dem 20. Jahrestag des Beitritts
der DDR zur BRD und dem 70.
Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion
Thesen vorlegen und entsprechende
Veranstaltungen durchführen.
Solidarität
Die GBM betrachtet Solidarität seit
ihrer Gründung als ein Grundanliegen
ihrer Arbeit. Wie die solidarische
Durchsetzung der Forderungen und
Rechte ihrer Mitglieder und anderen
Betroffenen in Deutschland, so wurde
und wird auch internationale Solidarität
geübt. Zehn Jahre war der
Schwerpunkt Jugoslawien mit seinen
Schäden als Folgen des Überfalls der
NATO, einschliesslich der Bundesrepublik,
auf dieses Land.
Nach dem Beispiel der Solidarität mit
den Cuban Five sowie mit den antifaschistischen
Organisationen gegen
Neonazis oder der Hilfe für den
Kampf um die Erhaltung der Thälmann-
Gedenkstätte Ziegenhals wird
unsere Solidaritätsarbeit verstärkt auf
politische Solidarität gerichtet.
ICARUS
„ICARUS“ ist zu einem vierteljährlichen
Publikationsorgan geworden, das
auf hohem Niveau und unter ständiger
Einbeziehung weiterer wichtiger
Autoren die Außenwirksamkeit
der GBM erhöht und sich zugleich als
wirksame Hilfe für die Mitgliederarbeit
erweist. Für die Abonnentenwerbung
sind weitere Anstrengungen zu
unternehmen.
Der Menschenrechtspreis der GBM
...dient der Ehrung von um die Wahrung
der Menschenrechte verdienten Persönlichkeiten
aus aller Welt und ist ein
wichtiger Beitrag der GBM, ihr Menschenrechtsanliegen
alljährlich einer
breiten politischen Öffentlichkeit nahe
zu bringen.
Die GBM zeichnet verdiente Mitglieder
und Mitstreiter im nationalen
und internationalen Rahmen mit Ehrenabzeichen
und Urkunde „Für Verdienste
um Frieden, Solidarität und
Menschenrechte“ aus.
Die GBM ist Mitträger des „Preises
für Frieden und Menschenrechte“, der
in unregelmäßigen Abständen „Für
besondere Verdienste um den Frieden
in Europa und in der Welt“ vergeben
wird. Arbeitsgruppen
Die GBM unterstützt die auf Verwirklichung
ihrer Satzungsziele gerichteten
Arbeitsgruppen sowie ihre Veranstaltungen,
Stellungnahmen und Publikationen.
Das gilt für die Arbeitskreise
• Menschenrechte (Mitarbeit im Forum
Menschenrechte und seinen
Arbeitsgruppen)
• Friedenspolitik (Deutsche Sektion
des Europäischen Friedensforums)
• Renten- und Versorgungsunrecht,
Soziales
• Arbeitskreis Kultur und Freundeskreis
„Kunst aus der DDR“
• Berliner Alternatives Geschichtsforum
Mitgliederarbeit, Ortsverbände, GBM-Informationen
Die Hauptarbeit zur Verwirklichung der Satzungszwecke wird in den
Ortsverbänden geleistet, die die größte Zahl der
Mitglieder einbeziehen und auch öffentlich eine wichtige
Funktion bei der territorialen Zusammenführung
außerparlamentarischer Kräfte erfüllen, um noch effektiver
gemeinsame Ziele zu erreichen. Das ist in der ganzen
Breite der vorhandenen Möglichkeiten – von den
Rentenkonsultationen bis zur gemeinsamen
Freizeitgestaltung, von öffentlichen
Bildungsveranstaltungen und Diskussionen bis zu
Exkursionen – weiter auszuprägen, um die Mitglieder noch
fester an ihre Organisation zu binden und um die
Anziehungskraft der GBM für neue Mitglieder zu erhöhen.
Besonders wichtig ist es, Jüngere in die Arbeit
einzubeziehen. Dazu sollten die Veröffentlichungen der GBM
in noch breiterem Umfang genutzt werden, insbesondere auch
die Homepage der GBM. Die Zeitung „akzente“ ist das
wichtigste Bindeglied zwischen der Arbeit des Vorstands
und den Mitgliedern. Das erfordert eine noch stärkere
Mitarbeit aus allen Ortsverbänden und sollte auch noch
breiter für die Arbeit mit Sympathisanten genutzt werden.
Der Vorstand ist gehalten, zwei Mal jährlich eine Beratung
mit den Ortsvorsitzenden durchzuführen, um einen direkten
Erfahrungsaustausch über die Arbeit zu gewährleisten. Die
Bereitstellung der finanziellen Mittel für die Arbeit der
GBM durch Mitgliedsbeiträge – auch freiwillig erhöhte –,
vornehmlich durch Spenden und Verkauf eigener
Publikationen ist und bleibt eine wichtige Voraussetzung
und eine Schwerpunktaufgabe der Ortsverbände und der
gesamten GBM. Finanzen Für die
weitere Existenz und Arbeitsfähigkeit der GBM ist die
wichtigste Aufgabe des Haushaltes, im Zusammenhang mit der
Erfüllung der Arbeitsschwerpunkte die Liquidität zu
sichern. Dazu gehört die Rücklagenbildung im Umfang der
Verwaltungskosten. Entscheidungen über einzelne Vorhaben
sind im Geschäftsführenden Vorstand auf der Grundlage von
zuvor erarbeiteten und zu beratenden Kalkulationen zu
treffen. Das betrifft auch Initiativen der Arbeitskreise,
die mit Ausgaben und Einnahmen verbunden sind. Ohne ein
gewisses Spendenaufkommen und auch eine freiwillige
Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen wird die Arbeitsfähigkeit
und Wirksamkeit der Arbeit nicht in vollem Umfang zu
erhalten sein. Deshalb gilt es auch, diesem Ziel eine hohe
Priorität einzuräumen. |