GBM e.V.           65. Jahrestag der Befreiung

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Der 65. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus in Dresden

Die Stadt Dresden hatte eine offizielle Veranstaltung zum 65.Jahrestag der Befreiung auf Anfrage der VVN/BdA abgelehnt. Linke Organisationen, darunter die GBM, aber auch die Jüdische Gemeinde Dresden, ehrten die gefallenen Befreier am Ehrenmal der Sowjetarmee am 8. Mai. Unter der Teilnahme von über 200 Bürgern wurden Blumen niedergelegt. Als Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation sprach Herr Wassiljew Worte des Gedenkens.

Am 10. Mai fand dann in Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen eine Veranstaltung der GBM zum 65. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus im Filmtheater Schauburg statt. Mit einer Dia-Präsentation des Ehrenmals von Berlin-Treptow von russischen Volksliedern begleitet, wurden 230 Teilnehmer begrüßt und freuten sich über die Anwesenheit von Egon Krenz, dessen Ausführungen sie mit großem Interesse folgten.

Nach seinem Dank für die ihm erwiesene Solidarität während seiner Haft sprach er zum Thema „65 Jahre nach der Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus und der Umgang der Bundesrepublik mit der deutschen Nachkriegsgeschichte.“ Er bezeichnete den 8.Mai als den wichtigsten Tag in seinem Leben – und das gilt sicher nicht nur für ihn. Was wäre wohl geworden, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Es wäre in Europa zur Barbarei gekommen. Egon Krenz hat unmissverständlich nachgewiesen, dass Nazideutschland am zweiten Weltkrieg die Schuld getragen hat. Ohne zweiten Weltkrieg hätte es keine Nachkriegsfolgen - Flucht und Vertreibung - keine deutsche Spaltung, keine Nato, keinen RGW und keine BRD und DDR gegeben.

Im Hinblick auf den Standpunkt der Oberbürgermeisterin von Dresden, den Tag der Wiedervereinigung als offiziellen Höhepunkt dieses Jahres zu begehen, wies er nach, dass es ohne den 8.Mai 1945 diesen Tag dann auch nicht gegeben hätte. Er befasste sich dann auch ausführlich mit der staatlich manipulierten Geschichtsauffassung der BRD, vor allem auch zur DDR. Verfälschen und Vergessen prägen die Äußerungen von Helmut Kohl bei den Feierlichkeiten zu seinem 80. Geburtstag genauso wie die von Angela Merkel, die während ihres USA-Besuches die 27 Millionen Toten in der Sowjetunion während des zweiten Weltkrieges vergessen oder mit Absicht nicht genannt hat. Ausführlich setzte er sich mit der Totalitarismus-Theorie auseinander, die den Versuch unternimmt, Hitlerfaschismus und Sowjetkommunismus gleichermaßen für die Millionen Opfer verantwortlich zu machen. Der Nichtangriffspakt Hitlerdeutschlands mit der Sowjetunion wird als Hitler-Stalin-Pakt dafür herangezogen. Aber die Opfer zweier Weltkriege hat nicht der Sozialismus, sondern der deutsche Imperialismus zu verantworten. Demagogisch wird im Westen gern von Nationalsozialismus gesprochen. Aber der Hitlerfaschismus war weder national noch sozialistisch. Er war eindeutig verbrecherisch.

Die Menschen im Osten Deutschlands haben nach 1945 die Chance genutzt, eine neue Gesellschaft aufzubauen, frei von Faschismus und Krieg. Das hat viele hervorragende Persönlichkeiten veranlasst, in die DDR zu kommen, von Berthold Brecht bis Manfred von Ardenne, darunter auch zahlreiche jüdische Mitbürger wie Albert Norden, Hermann Axen, Lea Grundig und Arnold Zweig. Es wird auch verschwiegen, dass deutsche Widerstandskämpfer zur Anti-Hitlerkoalition gehörten. Von der Roten Kapelle bis zum Nationalkomitee Freies Deutschland wurde ein opferreicher Kampf unter Führung vieler Kommunisten gegen Hitler geführt. Wir ehren die Widerstandskämpfer des militärischen Widerstandes um Stauffenberg, aber wenden uns dagegen, Ernst Thälmann und andere Kommunisten totzuschweigen.

Warum wird die DDR 20 Jahre nach ihrem Untergang als „Unrechtsstaat“ so verteufelt? Ein Beispiel dafür waren die Fälschungen über den Herbst 1989 in Leipzig, wie sie Bundespräsident Köhler verwandte und die Krenz „auf seinen Eid“ – wie er sagte widerlegte. Egon Krenz fragte: Warum machen die das alles? Erstens aus Rache für den Verlust des Eigentums des Kapitals in der Zeit von 1945 bis 1989, zweitens zur Ablenkung von den eigenen Gebrechen und schließlich weil sie nie wieder Sozialismus und nie wieder linke Politik wollen. Man hasst die DDR. Wir haben eine bittere Niederlage erlitten. Aber wir sprechend nicht von einem Scheitern. Die Geschichte wird ihr Urteil fällen. Wann auch immer, der Sozialismus hat seine Chance. Es folgte eine interessante Aussprache und viele Fragen wurden beantwortet. Wir haben Egon Krenz für seine aufschlussreichen Ausführungen ganz herzlich gedankt.

K.J. und T.F.
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erschienen im Dezember 2009

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