|
Friedensbewegung startet Unterschriftenkampagne gegen
Krieg in Afghanistan
P.E.N. Präsident: "Die Strategie der Bundesregierung
in Afghanistan ist gescheitert."
Am 16. Juni 2010 - haben die großen
Friedensorganisationen der BRD in Berlin den
gemeinsamen Appell
"Den Krieg in Afghanistan beenden
-zivil helfen"
vorgestellt.
Der Appell fordert den sofortige Beginn des Abzugs der
Bundeswehr aus Afghanistan. Die Friedensbewegung
erhofft sich mit diesem Appell, dass die Diskussion in
alle gesellschaftlichen Bereiche getragen und der
Protest breite Unterstützung finden wird.
Der Appell enthält drei klare Forderungen: Die
Bundeswehr müsse "alle Kampfhandlungen" beenden,
"sofort" mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan
beginnen und die dadurch frei werdenden Gelder zur
Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen
Bevölkerung einsetzen. Nach Auffassung der
Friedensbewegung sind das die unverzichtbaren
Voraussetzungen für einen "selbstbestimmten
Friedensprozess" in Afghanistan.
Unterstützung erhält die Friedensbewegung vom P.E.N.
Zentrum
Deutschland. Dessen Präsident Johano Strasser verwies
bei der
Vorstellung auf eine Resolution, die der
Schriftstellerverband auf seiner jüngsten Jahrestagung
einstimmig verabschiedet hat und worin das Scheitern
des Kriegseinsatzes konstatiert und der Wunsch nach
einem "raschen Abzug" der Bundeswehr geäußert wird.
Johano Strasser wörtlich:
"Das Ergebnis des Krieges ist verheerend."
Der P.E.N.
Präsident unterschrieb als erster demonstrativ den
Appell der Friedensbewegung.
Für die Friedensbewegung ist das Engagement des
Schriftstellerverbands Ausdruck des wachsenden Unmuts
in der Bevölkerung über den "verheerenden Krieg".
Christine Hoffmann von der katholischen
Friedensbewegung pax- christi erinnerte in der
Pressekonferenz an die Erklärung des Fuldaer Bischofs
und pax-christi-Präsidenten Algermissen: "Mut zur
Wahrheit: Der Militäreinsatz ist gescheitert". Sie
fordert ein Ende der Kampfhandlungen, weil nur dann
ziviler Aufbau und Versöhnung möglich sind.
Für Monty Schädel, Vertreter der "Kooperation für den
Frieden" und Geschäftsführer der Deutschen
Friedensgesellschaft-Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) war der
Afghanistan-Krieg von Anfang an falsch. "Krieg machen
kann jeder; jetzt braucht es den Willen zum Frieden."
Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag, wies auf die steigenden Kosten des
Krieges hin. Nach einer aktuellen Untersuchung des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belastet
der Einsatz am Hindukusch, wenn man alle Folgekosten
hinzu rechnet, den Bundeshaushalt mit dem Dreifachen
dessen, was der Verteidigungsetat offiziell angibt:
Statt 1,059 Mrd EURO müsse mit drei Milliarden pro
Jahr gerechnet werden. Eine Beendigung des Krieges
wäre also ein echter und zudem "sozialverträglicher"
Beitrag zum Schuldenabbau des Bundes - selbst wenn
eine Mrd. davon für die Lebensbedingungen der
afghanischen Bevölkerung eingesetzt würde.
Der Unterschriftenappell soll nun über die
bundesweiten Organisationen und die vielen lokalen und
regionalen Initiativen der Friedensbewegung in der
Bevölkerung verbreitet werden. Er wird in die Kirchen
und Gewerkschaften, in andere soziale Bewegungen,
Parteien und Verbände, in Schulen und Hochschulen, in
Betriebe und Verwaltungen hinein getragen.
Bei einigen Organisationen (z.B. bei der IPPNW unter
www.ippnw.de und unter www.frieden-mitmachen.de) kann
der Appell auch online unterzeichnet werden.
Für die Friedensbewegung:
Susanne Grabenhorst, Kooperation für den Frieden
Peter Strutynski, Bundesausschuss Friedensratschlag
Bei Rückfragen:
S. Grabenhorst, mobil: 0162 676 21 49
P. Strutynski, mobil: 0160 976 28 972
Unterschriftsliste zum
Herunterladen!
Ausgefüllte
Unterschriftslisten können auch an die Geschäftsstelle
der GBM geschickt werden:
Gesellschaft zum Schutz
von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V.
Weitlingstrasse 89
10317 Berlin
Tel. 030 557 8397
Fax: 030 555 6355
E-mail :
gbmev@t-online.de
Website: www.gbmev.de |