GBM - Trauer um Walter Womacka

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Kondolenzbrief der GBM an die Witwe Walter Womackas

Berlin, d. 28. September 2010

Liebe Hanny,

die Mitglieder unserer Menschenrechtsorganisation nehmen mit Dir Abschied von Deinem lieben Mann Walter, dem bedeutenden Künstler, dem Träger des Menschenrechtspreises der GBM, der sein Leben lang mit uns und allen verbunden war, die sich für ein menschenwürdiges Leben in Frieden engagierten, und dem Du mit der Kraft Deines Herzens zur Seite standest.
Wir alle wussten um seinen Gesundheitszustand, und doch traf uns die Nachricht von seinem Tod tief. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen herausragenden Maler, Graphiker, Schöpfer baugebundener Kunst, einen Hochschullehrer und Rektor, der mit Einfühlungsvermögen und Toleranz Talente förderte und ganze Generationen von Künstlern in der DDR prägte. Wir verlieren auch einen Menschen, der uns nahe und ein wirklicher Freund war, der mit unseren Idealen vollkommen übereinstimmte, dessen Kunst wir brauchten, weil sie uns Kraft gab und uns in unserem Wollen bestätigte. Und wir verlieren den Künstler, der das Symbol unserer Organisation, die »Blaue Rose« schuf, die als humanistisches Zeichen den tiefen Sinn unserer nationalen und internationalen Arbeit offenbart.
Walter stellte mehrfach in unserer Galerie aus und überließ uns eines seiner wichtigsten Antikriegsbilder, das den Überfall der NATO auf Jugoslawien anklagt. Er fand in vielen Gemälden und Graphiken, so in seinem »Verwundeten Stier«, eindringliche Metaphern für ein verletztes, aber nicht erniedrigtes Volk. Gerade in den Jahren nach der »Wende« wurden für uns seine Bilder immer wichtiger – nicht nur jene, die an die menschlichen Werte der Gesellschaft erinnern, die wir gemeinsam aufbauten, sondern auch die, mit denen er die Widersprüche und Lügen brandmarkte, die nach 1989 in unser Leben einbrachen.
In unserer Menschenrechtsorganisation wird Walter unvergessen bleiben. Auch künftig werden wir uns konsequent mit Verfälschungen, Fehlinterpretationen, gehässigen politischen Unterstellungen und mit der Einordnung seines Lebenswerkes in irgendwelche kunsthistorischen Schubladen auseinandersetzen. Leben und Werk Walter Womackas sind eigenständig und unverwechselbar. Seinen Weg ging er geradlinig. Er bleibt uns und allen Menschen guten Willens ein Vorbild.
Wir stehen, liebe Hanny, an Deiner Seite, drücken Dir und Deiner Familie fest die Hand und wünschen Dir für die kommende Zeit viel Kraft.

Mit allen guten Wünschen



Prof. Dr. Wolfgang Richter Dr. Peter Michel
Bundesvorsitzender Sprecher des Arbeitskreises
Kultur der GBM
 
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