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Wahrheit, Halbwahrheit oder Lüge?

Sind Rentenhöhe Ost und Rentenhöhe West miteinander vergleichbar?

Beitrag in "akzente" 02/08 von  Wolfgang Heinrich

In Pressemitteilungen und in Rundfunk und Fernsehen wird immer wieder versucht, die Rente Ost mit der Rente West zu vergleichen. Damit will man herausstellen, dass die Ostrentner ein höheres Einkommen haben als Westrentner. Ist dies nun richtig oder falsch?

Richtig ist, wenn man Westrente und Ostrente vergleicht. Das tut man aber nicht, sondern man vergleicht die Alterseinkommen und setzt bei den Senioren in den alten Bundesländern die gesetzliche Rente wie bei den Senioren der neuen Bundesländer an. Da im Osten zur gesetzlichen Rente maximal noch die FZR und Bezüge aus Anwartschaften (wie z.B. Intelligenz oder sonstigen Versorgungseinrichtungen) angerechnet werden, wird im Westen nur die Grundrente zugrunde gelegt.

Also ist im Osten das projizierte Netto-Alterseinkommen gleich der Rente. Im Westen sieht es etwas anders aus. Dort erhält man einmal die gesetzliche Rente. Nicht eingerechnet sind aber die Altersbezüge der Beamten oder aus berufsständischen Versorgungssystemen, die zusätzlichen Betriebsrenten und weiteren Einkünfte, die zum projizierten Netto-Alterseinkommen gehören.

Ein Forschungsprojekt im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung Bund und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales belegt die Höhe und Verteilung der projizierten Netto-Alterseinkommen von Personen in West und Ost wie folgt:

  • „Westdeutsche Männer verfügen im Durchschnitt über eine projizierte Netto-Alterseinkommensanwartschaft im 65. Lebensjahr über 1.628 €

  • Die Männer in den neuen Ländern erreichen mit 1,036 € nur 64 % dieses Einkommensniveaus.

  • Dagegen liegen die projizierten Netto-Alterseinkommen von ostdeutschen Frauen mit 909 €  um 11 % über denen westdeutscher Frauen mit 816 €.“

„ ... Für die Schichtung der projizierten Netto-Alterseinkommen zeigt die Studie, dass in den alten Ländern nur 1 % der Männer über ein geringeres Einkommen von unter 300 € und gleichzeitig über ein Viertel der Männer (30 %) über ein hohes Einkommen von 2.000 € und mehr verfügen. Die höchsten Anteile (53 %) sind im Einkommensbereich zwischen 1.500 und 5.000 € zu finden. Bei Frauen ist der Teil derjenigen, die über ein niedriges Einkommen von unter 300 € verfügen, mit 13 % deutlich höher als bei den Männern. Hohe Einkommen von 2.000 € und mehr sind dagegen mit 6 % deutlich seltener.

In den neuen Ländern ist bei den Männern sowohl der untere Einkommensbereich mit unter 300 €  1 % wie auch der obere Einkommensbereich von 2.000 € und mehr mit 5 % nur schwach besetzt.
44 % der Männer im Osten verfügen über ein projiziertes Netto- Alterseinkommen im mittleren Bereich von 600 bis unter 1.000 €. Der Anteil der ostdeutschen Frauen, die ein geringeres Alterseinkommen unter 300 € aufweisen, ist mit 2 % im Vergleich zu 13 % im Westen deutlich geringer. ...“ (Quelle: Altersvorsorge in Deutschland 2005)

Nun beantworten Sie sich bitte die Frage in der Überschrift selbst.

Wolfgang Heinrich Mitglied der Projektgruppe „Bürgerberatung“

 

 
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