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Für eine andere Politik

Am 7. Februar fand in der Zentrale der IG Metall in Frankfurt am Main eine Tagung „Für eine andere Politik! Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“ für eine Verständigung zivilgesellschaftlicher Kräfte im Wahljahr 2009 statt.

Für die GBM nahmen ihr Vorsitzender, Prof. Dr. Wolfgang Richter, und Vorstandsmitglied Prof. Dr. Gerhard Fischer daran teil; sie hielten Redebeiträge in Foren der Konferenz. Abschließend stimmten die Teilnehmer der Beratung im Konsens einem Papier zu, das ihre Vorstellungen zusammenfasst und folgende Mindestforderungen erhebt:

• Gute Arbeit als ein Programm, das gegen wettbewerbs- und standortpolitische Vereinnahmungsversuche profiliert werden kann, ein Projekt, das die entwickelten Subjektivitätspotentiale der Beschäftigten aufgreift und in eine gemeinsame Perspektive gegen arbeitsmarktpolitische Repression, Prekarisierung und Lohnsenkung einbringt.

• Soziale Gerechtigkeit als Projekt eines erneuerten Sozialstaates, der sowohl individuelle Entfaltungsmöglichkeiten bietet, Teilhabe ermöglicht,
die vielfältigen Erscheinungsformen  auch verdeckter Armut – heute von Kindern und Arbeitslosen, morgen von Altersrentnern –, Ausgrenzung und Spaltung bekämpft und hinreichend Ressourcen zur Finanzierung der wachsenden Aufgaben öffentlicher Daseinsvorsorge erschließt.

• Bildung für alle in einer Gesellschaft, die in einem für hochentwickelte Länder skandalösen Maße soziale Ungleichheiten in der Erziehung, im Schul- und Ausbildungssystem fortschreibt, diese unter massiven Ökonomisierungs- und ökonomischen Verwertungsdruck setzt, Strukturen konserviert, die Chancengerechtigkeit und solidarisches Lernen verhindern.

• Globale soziale und ökologische Rechte als Gegenprojekt gegen die in der gegenwärtigen Finanzmarktkrise aktualisierte Abspaltung der Peripherie, gegen die globale Ausbreitung von Hunger und Verelendung, die Militarisierung internationaler Konfliktzonen und gegen die negative Beschleunigung der globalen Klimaentwicklung. Die Alternativen eines Europäischen Sozialmodells könnten im Vorfeld der Europawahlen 2009 gerade auch mit einer nicht eurozentrierten Perspektive stark gemacht werden.

 
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erschienen im Dezember 2009

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