Chronik der GBM e.V.
Das Jahr 1994
Januar 1994 Mit der für dieses Jahr anstehenden Neuberechnung der Renten kommt auf die GBM viel Arbeit zu: Erarbeitung qualifizierter Begründungen für Widersprüche und Anträge. Mit Klagen über alle Instanzen der Sozialgerichte soll der Weg zum Bundesverfassungsgericht gegangen werden.
Frühjahr 1994 Das Weißbuch Nr. 3 erscheint: „Unfrieden in Deutschland - Bildungswesen und Pädagogik im Beitrittsgebiet“. Das neue Deutschland schreibt dazu: „Es ist Herausgebern und Autoren des jüngsten Weißbuches sehr zu danken, dass sie in ihrer umfangreichen Publikation Materialien und Auseinandersetzungen dokumentiert haben, die sich, zusammen mit den zuvor erschienenen und den noch zu erwartenden Weißbüchern, zu einem Kompendium verdichten, das vor dem Internationalen Gerichtshof als Zeugnis der Anklage den Rang eines Standardwerkes einnehmen könnte.“
April 1994 Brief des GBM Förderkreises Senioren an Bundeskanzler Kohl und die Vorsitzenden des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales und des Rechtsauschusses, in dem die Beseitigung des Rentenunrechts im Beitrittsgebiet gefordert wird.
Mai 1994 Der Förderkreises Senioren vereint bereits mehr als 3000 Mitglieder. Flugblattaktionen, Demonstrationen und Mahnwachen und die konkrete Arbeit und Dienstleistung durch die Ortsverbände findet breite Zustimmung der Mitglieder. Ein Vertrag mit einer ausgewählten Anwaltskanzlei wird geschlossen. Sie soll die anwaltliche Betreuung und Vertretung der Mitglieder des Förderkreises mit Beginn des Widerspruchsverfahrens übernehmen, um die Vorbereitungen und die Auswahl der Verfahren vor dem Bundessozialgericht und dem Bundesverfassungsgericht zu ermöglichen. Bis zum Ende des Jahres sind bereits mehr als 1000 Mandanten in dieser Solidaraktion vereinigt.
Juni 1994 Herausgabe des ersten Karikaturenbuchs der GBM mit Hilfe von 25 Karikaturisten: „Von ABM bis Zukunftsfroh“ – Das große Karikaturenbuch der Nachwende“, ein „Deutsch-Lehrbuch“, wie es in der Rezension in der Berliner Zeitung heißt, in dem „der Einheitsbrei kräftig durchgerührt“, „die Illusionen durchgerüttelt“, den „Einheitsgewinnlern eins auf die Augen gegeben“ und „auch das mittlerweile desillusionierte und frustrierte Einheitsvolk nicht mit Samthandschuhen angefasst“ wird.
24. September 1994 Die GBM „Initiative gegen Berufsverbote“ organisiert ein großes Treffen von Betroffenen der Sonderkündigungsbestimmungen des Einigungsvertrages unter dem Thema: „Folgen von beruflicher Ausgrenzung und Diskriminierung im öffentlichen Dienst für die Gesellschaft und den Einzelnen“ und wendet sich damit auch gegen Duckmäusertum und Denunziation im öffentlichen Dienst des vereinten Deutschland.
Ende 1994 Herausgabe und Verbreitung der GBM-Materialien: „Deutsche Menschenrechtspolitik in Ostdeutschland“ und „Human Rights in East Germany“. Letztere dient einer breiteren Information auch im Ausland über Menschenrechtsverletzungen im Vereinigungsprozess in Deutschland.
Ende 1994 Beitritt der GBM zum Forum Menschenrechte. Durch ihre Mitarbeit kann die GBM einen Konsens mit den dort zirka 30 vertretenden Organisationen bewirken, über Menschenrechtsverletzungen in Ostdeutschland. So werden diese in der Erklärung des Forum Menschenechte zum Tag der Menschenrechte - wenn auch unbefriedigend – so doch zumindest zum ersten Mal erwähnt.
Ende 1994 Die Fachgruppe Menschenrechte der GBM reicht bei den UNESCO-Mitgliedern eine Beschwerde ein über die Abwicklung von Wissenschaft, Bildung und Kultur in Ostdeutschland. Da die UNESCO nur die Behandlung von Einzelfällen zulässt, übernimmt die GBM das Mandat zur Vertretung ihr vorliegender Beschwerden, die vertraulich behandelt werden müssen.
Ende 94 Anfang 95 Ortsverbände des Förderkreises Senioren verstärken ihren Druck auf Politiker in Bonn und in den Ländern mit der Forderung das Rentenunrecht zu beenden.
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