Chronik der GBM e.V.
Das Jahr 1998
10. Februar 1998 In einer Presseerklärung fordert der Vorstand der GBM den Bundestag auf, auch der ostdeutschen Kunst einen angemessenen Platz bei der künstlerischen Ausstattung des umgestalteten Reichstages, „dem Parlamentsgebäude aller BürgerInnen dieses Landes“ einzuräumen. Alle sind aufgefordert, sich mit Briefen an die Abgeordneten des Bundestages und an die Medien zu wenden, um diesem Anliegen Gewicht zu verleihen.
30. März 1998 Vertreter der GBM-Ortsverbände tagen in Berlin. Sie berichten über die wachsenden Aktionsbündnisse gegen Sozialabbau und Ungerechtigkeiten, in denen sich auch ihre Ortsverbände engagieren. Vor Ort wird die GBM zur Großdemonstration „Aufstehen für eine andere Politik“ mobilisieren, die ein breites Bündnis für den 20. Juni in Berlin plant.
16. Mai 1998 5. Ostdeutscher Kongress zieht eine Bilanz von acht Jahren deutscher Einheit, deren Auswirkungen auch im Westen immer stärker zu spüren sein werden. Wie der Kuratoriumspräsident Prof. Wolfgang Richter es ausdrückt: „Der Osten als Probelauf für die gesamtdeutsche Talfahrt des Sozialstaates wird immer noch unterschätzt.“ Der Kongress ruft auf zur massiven Mobilisierung für die Großdemonstration am 20. Juni in Berlin.
Sommer 1998 Der Vorstand der GBM gründet eine Arbeitsgruppe „Freizeit und Reisen“, um für die Mitglieder der GBM breite Möglichkeiten der Gestaltung von Urlaub und Reisen auf allen Gebieten des Tourismus, wie Busfahrten, Kurzreisen, Kuren sowie spezielle Bildungsreisen zu organisieren.
September 1998 Auf einer Tagung in Bonn verabschiedet das Forum Menschenrechte einen 13-Punkte-Katalog, der eine neue Menschenrechtspolitik fordert. Durch das Wirken der GBM als Mitgliedorganisation wird darin auch kritisch die Menschenrechtssituation in den neuen Bundesländern erwähnt.
13. Oktober 1998 Offener Brief der GBM an die Bundestagsparteien mit der Forderung eine Bombardierung Jugoslawiens zu verhindern.
23. Oktober 1998 Am Vorabend des Demokratenkongresses verleiht die GBM ihren diesjährigen Menschenrechtspreis an den kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro Ruz in Würdigung seines weltweiten Wirkens als Anwalt der Armen und Hungernden, Obdachlosen und Kranken, Alten und Gebrechlichen, und damit seines unermüdlichen Eintretens für die Wahrung der sozialen Menschenrechte. Auf der Veranstaltung im Haus am Köllnischen Park nimmt im Auftrag Fidel Castros der Botschafter Kubas in der Bundesrepublik Deutschland, Oscar Martinez Cordovec, den Preis entgegen. Gleichzeitig wird ihm eine Spende von 28.000 DM überreicht, die die GBM-Mitglieder für ein Altenheim in Kuba gesammelt haben.
24. Oktober 1998 Anlässlich des 150. Jahrestages des Zweiten Demokratenkongresses (im Oktober 1848 in Berlin) veranstalten die GBM und das Ostdeutsche Kuratorium von Verbänden im Haus am Köllnischen Park einen Demokratenkongress, um das Menschen- und Bürgerrechtserbe der Revolution von 1848 zu würdigen und sein Weiterwirken in den sozialen und politischen Kämpfen der Gegenwart zu diskutieren. Am Kongress nehmen auch Gäste aus Bulgarien, Frankreich, Polen und Tschechien teil.
Okt./Nov. 1998 Im Rahmen der Rechte von Nicht-Regierungsorganisationen auf der Tagung der OSZE in Warschau bringt die GBM eine Stellungnahme ein zu Fragen der politischen Strafverfolgung und Diskriminierung in Ostdeutschland.
23./24. Nov. 1998 Der Dritte Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zum Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wird im zuständigen UNO-Ausschuss in Genf behandelt. Eine Stellungnahme der GBM zum Bericht wird – wie die GBM später aus Teilnehmerkreisen erfährt – bei der Tagung offiziell an die Ausschussmitglieder und unabhängigen Experten verteilt und von ihnen genutzt, um bei der Behandlung des deutschen Regierungsberichtes Probleme von Berufsverboten und politischer Instrumentalisierung des Rentenrechts kritisch zu hinterfragen.
4. Dezember 1998 In einer Pressemitteilung über die Tagung kritisiert der UNO-Ausschuss u. a. die Diskriminierung Ostdeutscher bei der Anstellung im öffentlichen Dienst und fordert von der Bundesregierung für die Benachteiligten angemessenen Schadensersatz oder geeignete Pensionsregelungen als Akt nationaler Versöhnung.
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