Chronik der GBM e.V.
Das Jahr 1999
Januar 1999 Die Vereinten Nationen haben das Jahr 1999 weltweit zum Jahr der Senioren erklärt. Das nimmt die GBM zum Anlass sich noch verstärkt um die Lebensbedingungen und Forderungen von Rentnerinnen und Rentnern zu kümmern, gegen das Rentenunrecht weiterhin alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, und ihre politischen und solidarischen Aktivitäten vor Ort durch den unermüdlichen Einsatz der Ortsvorsitzenden fortzusetzen.
Februar 1999 Nach einem Besuch einer GBM-Abordnung auf Einladung von Prof. Velko Valkanov, Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender der Menschenrechtsrechtsorganisation in Bulgarien, ruft die GBM auf zur Solidarität mit ihrer Partnerorganisation und zu einer Spenden-Aktion für Volksbildung und Altersfürsorge in Bulgarien.
März 1999 Die GBM beteiligt sich in vielfältiger Weise an den Protesten gegen den völkerrechtswidrigen NATO-Angriff auf Jugoslawien. Überall vor Ort organisieren die Ortsverbände Diskussionen, verabschieden Resolutionen und mobilisieren zur Teilnahme an gemeinsamen Aktionen der Friedenskräfte.
Frühjahr 1999 Die Bundesregierung ist immer noch nicht der Aufforderung des UNO-Ausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte nachgekommen, seine Schlussbemerkungen zum 3. Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland, der empfindliche Mängel bei der Einhaltung solcher Rechte in Deutschland, insbesondere im Beitrittsgebiet, moniert, unter allen Schichten der Gesellschaft zu verbreiten. Nur die Tageszeitungen Neues Deutschland und Junge Welt hatten darüber berichtet. Es bleibt der GBM und ihren Partnerorganisationen überlassen, mit ihren Publikationen Zehntausende Interessierte über die inhaltschweren Bemerkungen der UNO zur Verletzung von Paktrechten in Deutschland zu informieren.
29. Mai 1999 Die GBM-Delegiertenkonferenz verabschiedet eine Erklärung zum UNO-Jahr der Senioren. Darin fordert die GBM von der Bundesregierung, entsprechende UNO-Resolutionen voll zu verwirklichen, und ruft ihre Mitglieder auf, sich energisch für mehr Demokratie, konsequente Durchsetzung der im Grundgesetz verankerten Bürgerrechte und die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte einzusetzen.
Die Versammlung verurteilt die Bombenangriffe auf Jugoslawien und unterstützt die Bemühungen ein Internationales Tribunal zur Untersuchung des NATO-Krieges gegen Jugoslawien zu schaffen.
1. Mai 1999 Mit einer Ausstellung des Künstlers Ronald Paris in der GBM-Galerie in der Weitlingstraße in Berlin, beginnt die aktive Ausstellungstätigkeit des Arbeitskreises Kunst der GBM. Bis zum 15 Jahrestag der GBM werden vom Kunstkreis weitere 40 Ausstellungen in der GBM-Galerie organisiert.
Mai/Juni 1999 Die GBM informiert ihre Mitglieder ausführlich über das im April ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rentenrecht, das - wenn auch in einigen Punkten als nicht befriedigend - so doch als Teilerfolg im Kampf gegen das Rentenunrecht gewertet wird. Die Ortsverbände helfen den Betroffenen bei den vielen Fragen und fordern sie zu weiteren Aktivitäten auf.
3. Juli 1999 Vertreter von Friedensgruppen und Organisationen treffen sich bei der GBM und beschließen die Vorbereitung eines Europäischen Tribunals gegen den NATO-Krieg und ein entsprechendes Hearing im Oktober in Berlin.
Sommer 1999 Die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des NATO-Tribunals nimmt zu Organisationen aus etwa 15 europäischen Staaten und den USA Kontakt auf, um dortige Tribunalbewegungen zu unterstützen und Aktivitäten international abzustimmen.
Zwei Vertreter nehmen in den USA an einer Veranstaltung der dortigen Tribunal-Bewegung teil. Eine Gruppe von 40 Teilnehmern fährt nach Jugoslawien, um dort Kriegsschäden zu besichtigen und für das Tribunal auszuwerten.
September 1999 Herausgabe des 2. Karikaturenbuches „Grundgesetz für Ostdeutsche und andere Angemeierte“.
Sept./Okt. 1999 Die GBM nimmt ihr Recht als anerkannte Nichtregierungsorganisation wahr, um sich auf der Tagung der OSZE in Wien zu äußern und unterbreitet der Überprüfungskonferenz ein Dokument: „Zum Recht auf einen fairen Prozess für ehemalige Bürger der DDR in der Bundesrepublik Deutschland“.
7. Oktober 1999 GBM-Feier unter dem Motto: „7. Oktober – Abschied vom Ende“ im Haus Köllnischen Park mit Musik, Texten und Buffet.
29. Oktober 1999 Ein Bündnis gegen Sozialkahlschlag, dem auch die GBM angehört, fordert auf dem Berliner Alexanderplatz mit einer Manifestation Arbeitsplätze, Lehrstellen, Rentenerhöhungen, eine sozialverträgliche Gesundheitspolitik und gleiche Rechte in Ost und West.
30. Oktober 1999 1. Hearing zum Tribunal über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien in der Heilig-Kreuz Kirche, Berlin. Mehr als 650 Teilnehmer aus dem In- und Ausland verfolgen mit großem Interesse die Beiträge prominenter Redner der Friedensforschung und –bewegung über Kriegsverlauf, Kriegsfolgen, Hintergründe, über die rechtlichen und gesellschaftlichen Folgen der völkerrechtswidrigen NATO-Aggression. Die Ergebnisse des Hearings bilden gemeinsam mit den von den Vertretern der USA und der russischen Duma sowie der jugoslawischen Delegation übergebenen Dokumentationen und Beweismaterialien eine solide Grundlage für die weitere Vorbereitung des Tribunals. Verschiedene Expertenteams und ein Kuratorium wird diese Untersuchungen weiterführen.
10. Dezember 1999 Die GBM übergibt ihren Menschenrechtspreis an Pastorin Bé Ruys vom Berliner Hendrik-Kraemer-Haus. Damit ehrt die GBM die seit 50 Jahren in Berlin tätige Humanistin für ihren Einsatz für mehr Menschlichkeit, von der Hilfe für Verfolgte während der faschistischen Besatzung der Niederlande, über ihren Einsatz für die Versöhnung zwischen den Niederländern und Deutschen, ihr Engagement in der Friedensbewegung bis zur Förderung des Dialogs zwischen Ost und West und zwischen Christen und Marxisten.
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