Chronik der GBM e.V.
Das Jahr 2002
23. Februar 2002 Ein Solidaritätskonzert findet statt im Haus am Köllnischen Park mit dem Kinder- und Jugendensemble SADAKO und dem Ernst-Busch-Chor zugunsten des Kinderheims „Mladost“ in Kragujevac, über das die GBM die Patenschaft übernommen hatte.
März 2002 Das von einem breiten Kreis (einschließlich der GBM) verfasste „Memorandum für eine andere Politik“, das im Oktober in Frankfurt vorgestellt worden war, findet große Resonanz: Immer deutlicher formuliert die GBM – Mitglieder, Ortsverbände und Vorstand – ihre Unzufriedenheit mit der Politik der Bundesregierung, dem Bruch von Wahlversprechen, die Beteiligung an Kriegsaktionen und die Vernachlässigung des Ostens einschließlich seiner Senioren auch in Briefen an die Regierenden.
2. April 2002 Die Arbeitsgruppe „Freizeit und Reisen“ zieht eine positive Bilanz ihrer Arbeit der vergangenen Jahre: über 1000 Menschen haben an den Reisen teilgenommen. Besonders geschätzt wird von den Teilnehmern, nicht nur schöne Landschaften zu entdecken, sondern dabei auch über die historischen und sozialen Entwicklungen im jeweiligen Land informiert zu werden.
April 2002 Das Forum Menschenrechte, das inzwischen mehr als 40 Nichtregierungsorganisationen – einschließlich der GBM – umfasst, ruft in einem 16-Punkte-Katalog die politisch Verantwortlichen in Deutschland dazu auf, in der kommenden Legislaturperiode die Verwirklichung der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte nicht nur zum Gegenstand von Grundsatzerklärungen, sondern zur Leitlinie ihres politischen Handelns zu machen. Die Forderungen umschließen auch die Ost-West-Gerechtigkeit.
17.-19. Mai 2002 Zweiter Konvent des Europäischen Friedensforums (epf) in Athen. Vertreter des epf nehmen teil an Veranstaltungen zum Gedenken an den Widerstand gegen die faschistische deutsche Okkupation.
30. Mai 2002 GBM -Delegiertenkonferenz mit rund 250 Teilnehmern zieht, Dank der unermüdlichen Arbeit in den Ortsverbänden und Arbeitsgruppen, eine gute Bilanz. Der Vorsitzende bemerkt dazu: „die GBM ist wie selbstverständlich ein Faktor des öffentlichen Lebens in unserem Land geworden und hat auch international einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.“
Juli 2002 Transportkolonne der GBM mit gesammelten Hilfsgütern für die Kriegsopfer in Kragujevac.
24./25. August 2002 Ostdeutsche Friedenskonferenz in Neuruppin auf Einladung des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden – darunter maßgeblich die GBM – und der PDS-Bundestagsfraktion. Rund 200 Teilnehmer insbesondere aus den neuen Bundesländern diskutieren friedens- und abrüstungspolitische Konzepte und verabschieden einen Aufruf gegen den drohenden Angriff auf Irak und einen Appell an den brandenburgischen Ministerpräsidenten sich öffentlich für die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide einzusetzen.
August/Sept. 2002 Die GBM und ihre Ortsverbände sammeln Spenden für die Hochwassergeschädigten an der Elbe.
7./8. Oktober 2002 In einer Erklärung fordert das Forum Menschenrechte, dem die GBM angehört, die neue Bundesregierung auf, künftig den Menschenrechten einen höheren Stellenwert einzuräumen und als Querschnittsaufgabe für alle Politikbereiche verbindlich zu machen. In einem diese Aktion begleitenden Brief an Bundeskanzler Schröder, fordert der Vorsitzende der GBM Ungleichheit und Diskriminierung in den neuen Bundesländern zu beseitigen.
21. Oktober 2002 Zum 61. Mal jährt sich das Massaker in Kragujevac, an dem die Hitlerwehrmacht als „Sühne“ für im Kampf mit serbischen Partisanen gefallenen deutschen Soldaten, 7000 serbische Zivilisten im Alter von 14 bis 80 erschoss und in Massengräbern verscharrte. Eines der ersten Angriffsziele der NATO-Bombengeschwader, an deren Spitze in der Regel deutsche Tornados flogen, war ein Angriff auf Kragujevac., bei der auch die Gedenkstätte schwer beschädigt wurde. Eine Delegation des Europäischen Friedensforum (epf) und der GBM nimmt teil an dem Gedenken und richtet einen Brief an Bundeskanzler Schröder mit der Forderung ein deutliches Zeichen der politischen und moralischen Mitverantwortung für die damaligen und heutigen Kriegsfolgen zu setzen, und die Wiederherstellung der Gedenkstätte finanziell zu unterstützen.
23. Oktober 2002 Gespräch der GBM mit dem 1. Sekretär der Kubanischen Botschaft in der GBM-Geschäftsstelle. Der kubanische Vertreter informiert über Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen terroristischer Aktionen aus den USA gegen Kuba und über die fünf kubanischen Patrioten, die in den USA verhaftet und verurteilt wurden. Die GBM sagt ihre aktive Unterstützung in internationalen Solidaritätsaktionen für ihre Freilassung zu.
31. Oktober 2002 Bei der Beratung der Ortsverbände in Berlin zieht die GBM eine Bilanz über die Realisierung des 2. AAÜG-Änderungsgesetzes: Die Realisierung der über viele Jahre erkämpften Fortschritte bei der Beseitigung von Rentenungerechtigkeiten geht nur schleppend voran. Mit dem 2. AAÜG-ÄndG ist ein weiterer Fortschritt erreicht und die GBM könne auf ihre Initiativrolle stolz sein. Da aber auch dieses Gesetz nicht alle Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen beseitigt, muss der Kampf weitergeführt werden mit dem Schwerpunkt der Angleichung der Rentenwerte und tariflichen Einkommen in den neuen Bundesländern an den Weststandard und gegen das Rentenstrafrecht.
5.-10. Nov. 2002 Auf Einladung der größten Kulturgewerkschaft Italiens nimmt eine GBM-Delegation am Sozialgipfel in Florenz teil.
20. November 2002 Das Europäische Friedensforum und die GBM nehmen teil an einer Protestaktion gegen den NATO-Gipfel in Prag.
5. Dezember 2002 In einer Erklärung zur Haushaltsdebatte im Bundestag erhebt die GBM Einspruch gegen den Sozialabbau und die Verrohung des Umgangs mit den sozial Schwachen.
10. Dezember 2002 Verleihung des GBM-Menschenrechtsspreises an Rechtsanwalt Dr. Friedrich Wolff für sein umfassendes und verdienstvolles Wirken für Recht und Gerechtigkeit, insbesondere auch als Anwalt der Diskriminierten im deutschen Einigungsprozess vor nationalen und internationalen Gerichten. In seiner Laudatio vor 200 Gästen analysiert der Rechtsanwalt Dr. Heinrich Hannover die umbarmherzige politische Justiz, die willkürliche Verteilung von Begriffen wie „Unrechtsstaat“ und „Rechtsstaat“ und den beharrlichen Widerstand Friedrich Wolffs gegen diese Auswüchse.
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