Chronik der GBM e.V.
Das Jahr 2005
8. Januar 2005 10. Rosa-Luxemburg-Konferenz im Audimax der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, an der 1600 vor allem junge Menschen teilnehmen. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des GBM-Menschenrechtsspreises an Angela Davis für ihren unermüdlichen Kampf gegen rassistische Unterdrückung, Ausbeutung, gegen die Todesstrafe und für die Freiheit politischer Gefangener. Sie wurde weltweit zum Symbol des anderen Amerika.
9. Januar 2005 Nach der Teilnahme an der Berliner Liebknecht-Luxemburg-Demonstration zur Gedenkstätte der Sozialisten am Zentralfriedhof Friedrichsfelde, veranstaltet die GBM gemeinsam mit der PDS im Kino International eine „Angela-Davis-Party“. Vor 550 Gästen ruft Angela Davis dazu auf, im Ringen um eine gerechtere Welt nicht nachzulassen. „So wie wir uns an den Kampf um meine Freiheit erinnern, so gilt heute unser Kampf den anderen politischen Gefangenen in aller Welt. (…) Die damals aufgebrachte Energie gilt es weiterzugeben an jene, die heute für den Frieden einstehen.
8. Februar 2005 Der GBM-Vorstand protestiert in einer Erklärung gegen die erneute Aussetzung der Rentenangleichung und ruft alle von der Kürzung der Sozialleistungen Betroffenen, sowie deren Verbände und Organisationen zum Widerstand gegen den fortschreitenden Sozialabbau und zu gegenseitiger Solidarität auf.
22. Februar 2005 Die GBM beschließt ihre Unterstützung der Bürgerinitiative zur Restaurierung des Giebelwandbildes „Nicaragua“ an der Lichtenberger Brücke in Berlin.
12. März 2005 Die deutsche Sektion des Europäischen Friedensforums (epf) unterstützt die Internationale Irak-Konferenz in Berlin, die sich für das grundsätzliche Recht der Iraker auf Widerstand gegen die US-Besatzung ausspricht.
März/April 2005 Der Vorsitzende der GBM, Prof. Wolfgang Richter, protestiert in einem Brief an den Bundeskanzler, an die Bundesministerin für Gesundheit und soziale Sicherung und an den Bundesminister der Finanzen gegen die Aussetzung der Rentenangleichung und die weiteren Verschlechterungen bei den Alterseinkünften.
21. April 2005 Nachdem der Bundestag in 1. Lesung ein Gesetz zur Änderung des Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetzes (AAÜG) auf den parlamentarischen Weg gebracht hat, das die Aufrechterhaltung des Rentenstrafrechts bedeutet, fordert die GBM alle davon Betroffenen auf, bei der UNO-Kommissarin für Menschenrechte Beschwerde einzulegen. Ein Mustertext dazu wird von der GBM angeboten.
1. Mai 2005  Maifeier der GBM in ihren Geschäftsräumen: Mehr als hundert Gäste nehmen teil an der Eröffnung der Ausstellung von Werken des Malers Gabriele Mucchi. Harry Ott, ehemaliger DDR-Botschafter in der Sowjetunion, überreicht verdienten deutschen Antifaschisten im Auftrag des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands die Medaille „60 Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg“.
6. Mai 2005 Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus, tagt das Präsidium des Europäischen Friedensforums in Berlin, um diesen historischen Jahrestag als Gedenktag und als Mahnung zur Verantwortung zu würdigen. Vertreter aus sieben europäischen Ländern widmen ihre Vorträge und Diskussionsbeiträge diesem Anliegen.
7. Mai 2005  Festliche Veranstaltung anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus auf Initiative der GBM im mit mehr als 700 Teilnehmern überfüllten Audimax der Humboldt-Universität. Redner sind: der GBM Vorsitzende Prof. Wolfgang Richter, der PDS Ehrenvorsitzende Dr. Hans Modrow, der Präsident des Friedenskomitees von Belarus und Teilnehmer des Großen Vaterländischen Krieges, Oberst Prof. Dr. Marat Fjodorowitsch Jegorow, Prof. Dr. Moritz Mebel, Oberleutnant der Roten Armee, der Generalsekretär der französischen Friedensorganisation ARAC, Antoine Crestani und Manolis Glezos, der 1941 die Naziflagge von der Akropolis niederholte. Prof. Richter verleiht verdienten Persönlichkeiten Ehrenmedaillen der GBM zum Gedenken an die Befreiung vom Faschismus, die Schauspielerin Käthe Reichel rezitiert Bertold Brecht, nach dem Auftritt des Skriptschenko-Ensembles bildet der Film von Karl Gass „Das Jahr 1945“ den Abschluss.
Am Abend veranstaltet die GBM mit dem Ernst-Busch-Chor im Berliner „Theater Karlshorst“ eine musikalische Gedenkveranstaltung.
24. – 26. Juni 2005 Teilnahme der GBM am Welttribunal über den Irakkrieg in Istanbul.
13. Juli 2005 50 Rentnerinnen und Rentner, die bei der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte Beschwerde eingelegt hatten, treffen sich in der GBM-Geschäftsstelle, um über die weiteren Schritte ihres Kampfes gegen die verfassungswidrigen Rentenkürzungen zu beraten.
21. – 24. Juli 2005 Teilnahme der GBM u. a. mit zwei Workshops am 1. Sozialforum in Deutschland in Erfurt.
August 2005 Die GBM erstattet Strafanzeige wegen Beleidigung und Verleumdung der ehemaligen DDR-Bürger gegen den Innenminister des Landes Brandenburg, Jörg Schönbohm.
September 2005 Solidaritätsveranstaltung mit dem nikaraguanischen Künstler Manuel Garcia Moia und der Bürgerinitiative zur Restaurierung des Giebelwandbildes „Nicaragua“ an der Lichtenberger Brücke in Berlin.
29. September 2005 Kolloquium des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden (OKV) in den Räumen der GBM. Thema ist der 15. Jahrestag des Beitritts der DDR zur BRD, zu dem das Berliner Alternative Geschichtsforum eine Erklärung ausgearbeitet hatte, unterstützt von den meisten OKV-Mitgliedsverbänden. In vielen Beiträgen werden die einzelnen Aspekte der fortdauernden Ungleichbehandlung erörtert.
7. Oktober 2005 GBM-Veranstaltung zum 7. Oktober im Filmtheater Babylon am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz. Die bildende Künstlerin und Publizistin Heidrun Hegewald stellt ihrer Rede „Einigen ist ein Prozess der Kontradiktionen“ ein Zitat des römischen Dichters Horaz voran: „Wer über den See geht, wechselt das Klima, nicht den Charakter“ und der Hamburger Publizist und Ossietzky Mitherausgeber Otto Köhler spricht zum Thema „15 Jahre Großdeutschland“. Anschließend werden der Dokumentarfilm „Ich schreibe“ von Karl Gass und Ausschnitte aus der filmischen Langzeit-Dokumentation „Die Kinder von Golzow“ von Barbara und Winfried Junge aufgeführt.
19.-23. Okt. 2005 Fünf Jahre Patenschaft für das Kinderheim Mladost: eine GBM-Delegation erkundet im serbischen Kragujevac welche Formen die weitere Solidarität annehmen sollte.
Ende Oktober 2005 Teilnahme einer GBM-Delegation am ARAC-Kongress in Tremblay bei Paris. Die Friedensorganisation ARAC, die in ihren Reihen sowohl antifaschistische Widerstandskämpfer als auch Opfer der Kriege, die Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg geführt hat vereint, betont ihr Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit der GBM.
11.-13. Nov. 2005 Teilnahme der GBM/epf an der internationalen Konferenz „Bertha von Suttners Ideen in der Gegenwart“ in Prag.
15. November 2005 Die GBM-Vorstandssitzung befasst sich schwerpunktmäßig mit den interessanten Erfahrungen der Ortsverbände in lokalen Bündnissen für soziale Gerechtigkeit.
19./20. Nov. 2005 Zusammen mit der Marx-Engels-Stiftung und dem Marxistischen Forum Sachsen, veranstaltet die GBM in ihren Räumen eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Von der DDR-Gesellschaft zur kapitalistischen Klassengesellschaft der BRD“.
9. Dezember 2005 Übergabe des Menschenrechtspreises an den Berliner Rechtsphilosophen und –historiker Prof. Dr. Hermann Klenner für sein wissenschaftliches Wirken, das auch die Tätigkeit der GBM seit ihrer Gründung begleitet. In seiner Laudatio würdigt der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Uwe-Jens Heuer seine Leistungen für die Entwicklung der Rechtswissenschaft in der DDR, seine Verdienste als Vorsitzender des Runden Tisches der Akademie der Wissenschaften der DDR 1990 und seine Forschungs- und editorische Tätigkeit seit der Wende.
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