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Erklärung des Berliner Alternativen Geschichtsforums

75. Jahrestag der Machtübergabe an den Hitlerfaschismus

Am 30. Januar jährt sich zum 75. Mal der schwarze Tag der jüngeren deutschen Geschichte: Paul von Hindenburg, vormals kaiserlicher Generalfeldmarschall, 1932 mit Hilfe der SPD und entgegen den Warnungen der KPD ins Amt des Reichspräsidenten wieder gewählt, berief den Führer der Nazipartei, Adolf Hitler, zum Reichskanzler. Dies entsprach dem ausdrücklichen Wunsch maßgeblicher Kreise des Finanzkapitals, der Großgrundbesitzer, der Generalität und anderer reaktionärer Kräfte in Deutschland.

Das Ende der Weimarer Republik war gekommen. Es begann die faschistische Diktatur, die Deutschland zielstrebig in den Zweiten Weltkrieg steuerte. Nur zwölf Jahre später war das Schuldkonto der Faschisten und Militaristen, aber auch ihrer Steigbügelhalter und Hintermänner unermesslich. In Europa und weltweit waren Millionen und Abermillionen Tote, Verletzte und Entwurzelte zu beklagen. Ein Völkermord ohne Beispiel löschte Europas Juden fast restlos aus. Überall türmten sich Berge von Trümmern und Schutt. Das Deutsche Reich verschwand von der Landkarte.

Bis zum bitteren Ende folgte die Mehrheit der Deutschen zwölf Jahre lang den falschen Fahnen und glaubte nationalistischer und pseudosozialistischer Propaganda. Nur eine Minderheit tapferer Hitlergegner leistete Widerstand. Wir ehren alle, die dem Schreckensregime Protest und Widerstand entgegensetzten, oft ihr Leben nicht schonend. Die deutschen Antifaschisten verkörperten das andere, bessere Deutschland.

Die beiden im Ergebnis der Nachkriegsentwicklung entstandenen deutschen Staaten gingen mit der Hinterlassenschaft des Hitlerfaschismus höchst unterschiedlich um. Die DDR grenzte sich deutlich vom "Dritten Reich" ab und beseitigte umfassend dessen ökonomische und politische Wurzeln. Dagegen betrachtete sich die Bundesrepublik stets als Rechtsnachfolger des Reiches, übernahm dessen Gesetze und dessen Personal einschließlich jener, die schwere Schuld auf sich geladen hatten. Die politischen und geistigen Konsequenzen dieses 2 Vorgehens in den Altländern wirken sich heute in ganz Deutschland aus. Die neofaschistische Gefahr ist bedrohlicher denn je.

Die Geschichte lehrt: Sozial- und Demokratieabbau, wie ihn Deutschland gegenwärtig zunehmend erlebt, bereitet den Boden für Rechtsextremismus. Gegen Neofaschismus, Rassismus, Antisemitismus .und Ausländerfeindlichkeit ist entschlossener, einmütiger und tatbereiter Widerstand geboten.

Vergessen wir niemals die schmerzlichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus unserer jüngeren Geschichte!

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

 

 
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