|
Nein zur Rente mit 67! - Für den Erhalt und die
Festigung der solidarischen Rentenversicherung!
Die
GBM e.V. lehnt die von de Regierungskoalition
geplant Erhöhung des Rentenalters auf 67Jahre ab.
Der vorgelegte Gesetzentwurf setzt die unsoziale
Rentenpolitik der letzten Jahre fort und führt die
gesetzliche Rentenversicherung in eine
Legitimationskrise. Bereits heute - insbesondere
nach den 2001 und 2004 vorgenommenen Einschnitten
in das Leistungsniveau der Rentenversicherung -
benötigt ein Durchschnittsverdiener rund 35
Beitragsjahre, um eine Rente in Höhe der
Sozialhilfe zu erreichen. Bei einem
Durchschnittsverdienst von nur 85 Prozent sind
dafür bereits 40 Jahre erforderlich. Die
Rentenstatistik weist aus, dass im Jahre 2004 nur
noch 29,8 % der in Rente gegangenen Männer und
10,7 % der Frauen 45 Arbeitsjahre mit
Durchschnittsverdienst vorweisen konnten. Das
zeigt, dass gegenwärtig nur noch ein geringer Teil
der Neurentner in der Lage ist, eine armutsfeste
Rente zu erarbeiten. Selbst ohne die Erhöhung des
Rentenalters auf 67 Jahre bewegt sich das
Rentenniveau auf die Höhe der Sozialhilfe hin.
Rente mit 67 bedeutet weitere Rentenkürzungen für
die große Masse der Neurentner und ist deshalb
entschieden abzulehnen.
Alle ernst zu nehmenden Wissenschaftler weisen
nach, dass die demographische Entwicklung die
bereits beschlossenen und künftig geplanten
weiteren Einschnitte bei den Alterseinkommen nicht
rechtfertigt. Die Hauptursache für die Finanznot
der gesetzlichen Rentenversicherung ist nicht die
sich verändernde Altersstruktur der Gesellschaft,
sondern die anhaltende Massenarbeitslosigkeit und
die aus diesem Grunde fehlenden
versicherungspflichtigen
Beschäftigungsverhältnisse. Die Anhebung der
Altersgrenze ist zudem kein geeignetes Mittel, um
die Rentenversicherung finanziell zu entlasten und
ihre Finanzbasis zu stabilisieren.
Die
GBM e.V. wendet sich entschieden dagegen, dass die
bisherige gescheiterte Rentenpolitik fortgesetzt
wird. Sie verurteilt die fortwährende Demontage
der sozialen Sicherungssysteme, die das Ziel
verfolgt, die Gesellschaft durch immer weiteren
Sozialabbau umzugestalten und den Bedürfnissen der
Kapitalmärkte anzupassen. Deutschland nimmt
hierbei in Europa die unrühmliche Rolle eines
Vorreiters ein. Wir fordern die Wiederherstellung
der paritätischen Beitragsfinanzierung, die
Dynamisierung der Renten entsprechend der
Einkommensentwicklung der Beschäftigten und die
Rücknahme der seit 2001 vorgenommenen
Leistungskürzungen. Wir treten für eine
Rentenreform ein, bei der die
Finanzierungsgrundlagen durch die Einbeziehung
aller steuerpflichtigen Einkommen und die
Einbeziehung weiterer Gruppen Erwerbstätiger
gestärkt werden. Das Leistungsrecht ist so
umzugestalten, dass die Rente für langjährig
Versicherte armutsfest wird. Die jährliche
Rentenanpassung ist mindestens in Höhe der
Inflationsrate zu gewährleisten. Wir treten für
konkrete Festlegungen ein, um den aktuellen
Rentenwert Ost in einem überschaubaren Zeitraum
dem Westniveau anzugleichen.
|