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Bundesausschuss Friedensratschlag
Rüstungsexporte anhaltend hoch -
Friedensbewegung kritisiert Waffenhandel der
Bundesregierung
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Pressemitteilung des Bundesausschusses
Friedensratschlag
- Kriegswaffenexport der Großen Koalition auf
hohem Niveau
- Export von ausrangierten Bundeswehrwaffen
gestiegen
- Kleinwaffenexporte in alle Welt auf Rekordniveau
- "Restriktive Rüstungsexportpolitik": Fehlanzeige
Kassel/Hamburg, 08. November - Anlässlich
der Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts
2006 durch die Bundesregierung am 7. November 2007
stellen die Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag, Lühr Henken (Hamburg) und Dr.
Peter Strutynski (Kassel) fest:
Der reale Kriegswaffenausfuhrwert des Jahres 2006
in Höhe von 1,37 Mrd. Euro liegt um rund 250 Mio.
Euro unter dem Rekordwert des Vorjahres, stellt
jedoch den dritthöchsten Wert des Zeitraums der
offiziellen Statistik seit 1996 dar. Wir stellen
fest, dass der deutsche Kriegswaffenexport leider
in den vergangenen vier Jahren auf einem hohen
Niveau bleibt und sich zu verstetigen droht.
Anstatt nicht mehr benötigtes Bundeswehrmaterial
der Schrottpresse zuzuführen und damit
Arbeitsplätze zu schaffen, verkauft die Bundeswehr
das ausrangierte Kriegsgerät. 2006 betrug der
Exportwert von der Bundeswehr ausrangierter
Waffensysteme 113 Mio. Euro und ist damit der
zweithöchste Wert seit 1999. Nachdem die Werte in
den beiden Vorjahren rückläufig waren, stellen wir
2006 eine Trendwende zum Schlechteren fest. Wir
bekräftigen unsere Forderung nach Verschrottung
alten Bundeswehrmaterials statt diese Kriegswaffen
zu exportieren.
Nicht nur die realen Ausfuhrwerte von
Kriegswaffenexporten blieben auf einem hohen
Niveau, auch die Summe der erteilten Genehmigungen
für die Ausfuhr von Kriegswaffen und von
Rüstungsgütern, was Ausrüstungen wie Elektronik
und militärische Bauteile einschließt, erreichte
mit der Summe von 7,685 Mrd. Euro den höchsten
Wert seit 1998. Welche dieser Genehmigungen
tatsächlich umgesetzt werden und in welchem Jahr
das geschieht, lässt sich aus den Berichten nicht
ablesen. Die hohe Zahl – die drittgrößte seit 1996
– lässt aber darauf schließen, dass der
Rüstungsexport brummt.
Der Boom der erteilten Genehmigungen für den
Export von Kleinwaffen in Drittländer (also
außerhalb von NATO und EU) hält unvermindert an.
Er bricht seit 2002 jährlich neue Rekorde. So auch
2006. Mit 15,6 Mio. Euro liegt der Wert um ein
Viertel über dem des Vorjahres. Bekanntlich führt
das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 95
Prozent der Getöteten heutiger Kriege auf den
Einsatz von Kleinwaffen zurück.
Die Gruppe der Drittländer umfasst genau 97
Staaten und Gebiete. Darunter auch jene, die in
Spannungsgebieten liegen, wie Chile, Bolivien und
Peru, Kolumbien, Indien und Pakistan, Israel,
Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman,
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen
Emirate, Südkorea und Taiwan. Die Regierung hebt
ständig hervor, dass sie den Rüstungsexport
restriktiv handhabt. Die nach wie vor hohen
Ausfuhrwerte, die vielseitige Palette der
exportierten Rüstungsgüter und die weltweite
Verbreitung sprechen eine gegenteilige Sprache.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag
Lühr Henken, Hamburg, Peter Strutynski, Kassel
(der Arbeitskreis Frieden der GBM ist Mitglied im
Bundesausschuss Friedensratschlag Kassel)
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