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Zwei historische Tage des Gedenkens und der Mahnung

Eine Erklärung der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde

Auch an ihren 75sten Jahrestag fordern der 8. Mai 1945 –Tag der Befreiung – und der 9. Mai 1945 - Tag des Sieges - in ihrer historischen Bedeutung die Bürger der BRD und der anderen europäischen Länder zum Gedenken und Nachdenken heraus. Erst der mit ungeheuren Opfern errungene Sieg der Sowjetunion und ihrer Verbündeten in der Antihitlerkoalition machte den Tag der Befreiung möglich. Mit ihm wurde von Deutschland und Europa der Absturz in die Barbarei abgewendet und gleichzeitig Chancen für eine neue von Frieden und Humanismus bestimmte Entwicklung eröffnet.

Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde sieht deshalb in diesen beiden Tagen – und darüber hinaus – Gedenken und Mahnung eng verbunden. Sie hat von Anfang an dies zur Grundlage ihres politischen Wirkens gemacht und in diesem Sinne auch die Politik der Bundesregierungen kritisch hinterfragt und öffentlich beurteilt. In der Bundesrepublik hat es vierzig Jahre gedauert, bis offiziell der 8. Mai als ein Tag der Befreiung anerkannt wurde, vierzig Jahre - in denen im Kalten Krieg Antikommunismus und Antisowjetismus zu neuer Blüte kamen. Sie sind die Grundlagen für das Bemühen, die Leistungen der UdSSR bei der Niederringung der faschistischen Bestie zu marginalisieren, zu diskreditieren. Entsprechend halbherzig sind heute noch die offiziellen politischen Aktivitäten zu diesem Anlass. Es widerspricht auch den historischen Tatsachen, wenn von Medien und Politik vermittelt wird, dass die Befreiung Europas vom Faschismus erst mit der Landung der westalliierten Streitkräfte in der Normandie begonnen hätte. Der Anteil der westalliierten Streitkräfte am Sieg über das Naziregime ist unbestritten – es bleibt aber eine Tatsache, dass die Rote Armee die Hauptlast des Krieges gegen die geballte Macht der Naziwehrmacht getragen hat.

Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde stellt fest, dass heute in der BRD und in anderen Ländern Europas das Gedenken durch Verfälschung historischer Fakten, der Verbreitung von rechtem und nationalistischem Gedankengut und von Erscheinungen des Antisemitismus überschattet wird.

Das vom deutschen Imperialismus etablierte Naziregime hat in seinen Plänen zur Eroberung der Welt absichtsvoll mit einem Vernichtungskrieg den Hauptstoß gegen das erste sozialistische Land in der Welt - die Sowjetunion – geführt. Alle Versuche der Sowjetunion mit den Westmächten eine Allianz gegen Nazideutschland zu bilden, wurden damals torpediert. In der später im Krieg zustande gekommenen Antihitlerkoalition haben die Westmächte die Eröffnung der zweiten Front – begründet oder aus politischem Kalkül - bis aufs Äußerste verzögert. So hat die Sowjetunion am Ende die Hauptlast dieses mörderischen Krieges getragen, hat 28 Millionen Menschenleben zu beklagen sowie riesige Verwüstungen erlitten. Diese Opfer dürfen nicht vergessen werden.

Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde unterstreicht an diesen Gedenktagen erneut ihren Protest gegen Aufrüstung und Militarisierung in der BRD und in der EU sowie gegen den Waffenhandel von Konzernen der BRD und den Einsatz der Bundeswehr im Ausland. Die wiederholten Verstöße gegen die Prinzipien der UNO, die 1945 angesichts der Schrecken des 2. Weltkrieges von 51 Staaten gegründet wurde, werden entschieden verurteilt. Angesichts der Gedenktage zu dem vor 75. Jahren beendeten Kriege erhebt sich erneut die Frage, welche moralische und historische Existenzberechtigung die NATO, in der die BRD nach den USA die entscheidende Rolle spielt, überhaupt noch hat. Ihre aggressive Haltung gegen Russland, das schließlich in der sowjetischen Völkergemeinschaft für den Sieg die größten Opfer gebracht hat, wurde mit dem Großmanöver „Defender“ erneut demonstriert. Ein Anachronismus der Geschichte, der allseitigen Protest hervorruft! Aus historischer Verantwortung wären für die BRD heute Ehrerbietung und das Bemühen um Interessenausgleich durch tätige Kooperation in Politik und Wirtschaft angesagt an Stelle von politischen und ökonomischen Sanktionen, die eine Form imperialistischer Erpressung darstellen.

Abschließend stellt die Gesellschaft zum Schutz von  für Bürgerrecht und Menschenwürde fest: In der Deutschen Demokratischen Republik, deren Leben und Wirken - auch nach 30 Jahren des erzwungenen Anschlusses an die BRD - immer wieder für antikommunistische Propaganda missbraucht werden, hatte die Wahrnehmung und Gestaltung dieser historischen Gedenktage einen hohen Stellenwert, der bestimmt war von Würde und Respekt aber auch von Dankbarkeit gegenüber denen, die als Befreier nach Deutschland kamen und später als Berater zur Seite standen, um zu helfen die Chancen für die Gestaltung eines neuen Lebens zu nutzen.

 

 

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