OV Berlin Treptow

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Der GBM - Delegiertenkonferenz entgegen

Anstehende Berichtswahlversammlung fest im Visier – Aus den Erfahrungen
des Treptower Sprecherrates

Zu diesem Zeitpunkt, da der „akzente“ -Redaktion diese Zeilen übersandt werden, ist die satzungsgemäß fällige Delegiertenkonferenz unserer Gesellschaft formell zwar noch nicht einberufen. Die „Oldtimer“ im GBM- Sprecherrat von Berlin-Treptow aber, von denen über die Hälfte diesem Gremium nunmehr seit 12 bis 15 Jahren angehören, wissen aus Erfahrung, dass es zweckmäßig ist, die Vorbereitungen auf die mit der Delegiertenkonferenz verknüpfte Berichtswahlversammlung des Ortsverbandes nicht auf die lange Bank zu schieben. Und so entspricht es eigentlich nur der historisch gewachsenen Tradition, dass dieses Thema sich seit Jahresbeginn fest auf der Tagesordnung unserer monatlichen Sprecherratsberatung befindet.

Diesmal Dreijahres-Bilanz
Über viele Jahre erfolgten in unserem OV Rechenschaftslegung und Wahl des neuen Sprecherrats im Abstand von zwei Jahren. Diesmal gilt es, Rechenschaft abzulegen über die Berichtsperiode von 2005 bis 2008. Im vergangenen Jahr waren Sprecherrat und OV insgesamt mit unsere Cam- uyen-Soliaktion sowie einer Ballung wahrzunehmender bezirklicher Ereignisse von zum Teil zentraler Bedeutung über alle Maßen „ausgelastet“, sodass wir uns diese Abweichung vom Zweijahresturnus fast zwangsläufig erlaubten. An Stoff für die Dreijahres-Bilanz mangelt es nicht, zumal die Höhepunkte und Ergebnisse des Wirkens unseres OV im wesentlichen in Beiträgen für die „akzente“ und in unserem Mitglieder -Mitteilungsblatt „GBM Treptow informiert“ dokumentiert sind. Hilfreich für die Erarbeitung des Rechenschaftsberichts wird zudem sein, dass über unsere Sprecherratszusammenkünfte jeweils ein kurzes Festlegungsprotokoll angefertigt wird. Anspruchsvoller als das bloße Resümee von Fakten ist aber die Aufgabe, die Erfahrungen der letzten drei Jahre wertend zu bündeln und daraus die notwendigen Schlussfolgerungen für die Arbeit in den nächsten Jahren zu ziehen. Überlegungen gehen des Weiteren in die Richtung, ob und welche Anliegen und Vorschläge für die künftige Arbeit der GBM insgesamt wir evtl. noch an den Bundesvorstand oder unmittelbar an die Delegiertenkonferenz herantragen sollten.

Weitere Rentensprechstunden
Übereinstimmung zwischen Sprecherrat und den noch tätigen Rentenkonsultanten besteht darin, die 1993 eingeführten monatlichen Rentensprechstunden fortzusetzen, allerdings statt wie in den Anfangsjahren in sieben bezirklichen Stützpunkten nun konzentriert auf einen. Wenn auch nach Umsetzung der Bundesverfassungsgerichtsurteile aus den neunziger Jahren und von 2004 der Strom der Ratsuchenden stark zurückgegangen ist, besteht in einer Reihe anderer Rentenfragen dennoch weiterhin ausreichend Auskunftsbedarf. Die immer noch klaffende Lücke von mehr als zwölf Prozent in der Bewertung der Persönlichen Entgeltpunkte (PEP) zwischen West und Ost, die noch bestehenden Entgeltbegrenzungen gemäß § 6 Absatz 2 und § 7 AAÜG sowie die von der LINKEN im Bundestag eingebrachten 17 Anträge zu noch offenen Fragen der Rentenüberleitung sind beredter Ausdruck, dass der Kampf um Rentengerechtigkeit auch für die GBM noch lange nicht beendet ist.

Auf einem Gebiet haben wir in der zurückliegenden Rechenschaftsperiode messbare weitere Fortschritte erzielt, nämlich einer aktiveren Wahrnehmung von Basisdemokratie in unserem Wirkungsbereich. Konstruktiv-konziliantes (und nicht nur bloß protestierendes oder Kritik übendes) Herangehen hat im Laufe der Jahre bewirkt, dass unser OV akzeptierter Gesprächs- und Korrespondenz- Partner auf verschiedenen Ebenen des Bezirksamtes von Treptow -Köpenick ist, voran der Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler (SPD) sowie des Sozialamts.

Mehrmals haben GBM -Mitglieder auch die jeder BVV -Sitzung vorgeschaltete halbstündige öffentliche Bürgersprechstunde (Treptow- Köpenick ist hier ein Novum unter den Berliner Bezirken) für Anfragen und Vorschläge genutzt. Der 15. Sozialtag des Bezirks, an dem sich über 100 Verbände, Vereine und Organisationen beteiligten, hat uns einmal mehr verdeutlicht, dass für eine Interessen-Vernetzung noch bedeutende Reserven bestehen, um gemeinsam mehr zu erwirken als im Alleingang.

Wo besteht Nachholbedarf?
Nachholbedarf haben wir, wie andere GBM-Ortsverbände vielleicht auch, in Sachen internationale Menschenrechtsproblematik. Hier könnte der bevorstehende 60. Jahrestag der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ vom 10. Dezember 1948 Anlaß sein, uns einmal „rundum“ tiefer mit diesem Gebiet vertraut zu machen, auf dem ja auch die GBM mit Erfolg wirksam ist. Das Vietnam-Jahr 2007 unseres Ortsverbandes hat uns gelehrt, dass manches dringend zu lösende Menschenrechtsproblem gar nicht so weit entfernt von uns existiert, darunter die Ächtung und Vernichtung von Landminen und Streumunition. Man möchte es kaum glauben, aber einem unwidersprochenen SODIReport (Nr. 4-2007) zufolge lagern auch in der Bundesrepublik nicht weniger als eine Million Landminen in Militärdepots, und Streumunition gehört auch im Jahr 2008 trotz weltweiter Ächtung nach wie vor in großen Stückzahlen zum Produktions- und Exportprogramm von deutschen Konzernen wie Rheinmetall, Daimler, Siemens oder Diehl.

Unsere Vorbereitung auf die Berichtswahlversammlung klammert selbstredend damit verbundene personelle Fragen nicht aus. Vor drei Jahren zählte unser  OV noch 246 Mitglieder. Wenn der Gott der Demographie es gut mit uns meint, bleiben wir zum Jahresende 2008 hoffentlich noch leicht oberhalb der 200er-Grenze. Bisher konnten wir unser Ehrenamtlichen-Aktiv (Sprecherrat, Rentenkonsultanten, Wohngebietsobleute u.a.) noch einigermaßen stabil halten. Der Alterungsprozess und zunehmende gesundheitliche Probleme ermöglichen es jedoch nicht mehr allen, weiter so aktiv wie bisher dabei zu sein. Optimistisch für das weitere Wirken unseres OV stimmt uns in diesem Zusammenhang aber, dass von den acht jetzigen Sprecherratsmitgliedern sieben ihre Bereitschaft erklärten, für den neuen Sprecherrat zu kandidieren.

Hans-Joachim Müller,
Mitglied des Sprecherrates

 
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ICARUS 04/2009
erschienen im Dezember 2009

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